23. März 2017

Myanmar: Buddhisten verfolgen Christen

Die Shwedagon-Pagode in Myanmar (ehem. Birma) Foto: Dachkammer/pixelio.de

Die Shwedagon-Pagode in Myanmar (ehem. Birma) Foto: Dachkammer/pixelio.de

(AG WELT) Wie die Deutsche Evangelische Allianz unter Berufung auf Informationen der Evangelischen Nachrichtenagentur idea berichtet, sind Christen in Myanmar (Birma) seit langem von schwerer staatlicher Verfolgung betroffen.

Für das herrschende Regime ist der Buddhismus Staatsreligion. Einem 2007 bekannt gewordenen Regierungsprogramm „zur Zerstörung der christlichen Religion in Myanmar“ zufolge sollen alle sich zum Christentum bekennenden Einwohner systematisch vertrieben werden.

Zwangsmaßnahmen zur Annahme der buddhistischen Religion

Besonders Christen der Minderheiten Chin und Karen würden bedrängt, sich der Religion des Buddhismus anzuschließen. Nach Angaben der Menschenrechts-organisation der Chin (CHRO) seien mindestens 13 große Kreuze zerstört worden. Christliche Jugendliche würden in Militärschulen geschlagen, wenn sie das Aufsagen buddhistischer Texte verweigerten. Auch würden sie gezwungen, ihr Kopfhaar zu scheren und Zwangsarbeit zu leisten.

Auf dem Weltverfolgungsindex vom internationalen Hilfswerk „Open Doors“ rangiert Myanmar auf Platz 33 der Rangliste. Dazu erklärt Open Doors:

„Religionsfreiheit herrscht faktisch nur für die buddhistische Mehrheit und das auch nur, wenn sich die Mönche nicht politisch äußern. Die meisten Christen des Landes gehören ethnischen Minderheiten an. Geht die Armee gegen Minderheiten vor, sind davon auch Christen betroffen. Immer wieder geht man aber auch gezielt gegen Christen vor, weil man sie verdächtigt, „die Einheit des Landes“ zu gefährden. In den ländlichen Gebieten erfahren Christen häufig nicht nur durch staatliche Eingriffe Druck, sondern vor allem durch ihrer buddhistischen Familien. Teilweise gehen Diskriminierungen, Beschränkungen und die Verfolgung auch von einflussreichen buddhistischen Mönchen aus, welche die Dorfgemeinschaft erfolgreich dazu aufrufen, gegen die Christen als „Verräter“ vorzugehen.“

Die Volksgruppe der Chin lebt im westlichen Bergland Birmas und zählt etwa 500.000 Angehörige. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sind bis zu 90 Prozent von ihnen Christen geworden. Auch unter den etwa sieben Millionen Karen und rund einer Million Kachin (Jingpo) gibt es viele Christen. Etwa ein Drittel des 54 Millionen Einwohner zählenden Staates sind Angehörige dieser Minderheiten. Nach offiziellen Angaben gibt es in Myanmar 87,2 Prozent Buddhisten, 5,6 Prozent Christen, 3,6 Prozent Muslime und 2,6 % Anhänger indischer Religionen. Von 1962 an stand das Land 48 Jahre unter einer Militärherrschaft, bis diese im März 2011 einen zivilen Präsidenten als Oberhaupt des Staates einsetzte.