23. August 2017

Wisconsin: Attentat auf Religionsgruppe „Sikh“

Das Khanda, religiöses Symbol der Sikhs. Quelle: wikipedia.de

Das Khanda, religiöses Symbol der Sikhs. Quelle: wikipedia.de

(AG WELT) Wie US-amerikanische Nachrichtenagenturen melden, hat ein Mann im US-Bundesstaat Wisconsin am Sonntagvormittag einen Tempel der Religionsgruppe Sikh angegriffen und sechs Menschen erschossen. Mindestens drei Menschen seien bei der Bluttat schwer verletzt worden. Das Motiv des Täters sei noch unklar.

Auffälligkeiten und Lehre

Die „Sikhs“ sind eine indische Religionsgemeinschaft, deren Anhänger besonders am ungeschnittenen und gepflegten „Kes“ (Haar) zu erkennen sind. Männliche Shiks tragen einen kunstvoll gebundenen „Dastar“ (Turban). Wegen ihrer Bärte und Kopfbedeckungen werden Sikhs hin und wieder mit Muslimen verwechselt. Das Heilige Buch der Sikhs („Guru Granth Sahib“) beginnt mit dem „Mool Mantar“, eine Art Glaubensbekenntnis:

„Mool Mantar: Nur ein Gott
Wahrheit ist der Name
Der Schöpfer ohne Furcht
Ohne Hass. Unsterblich.
Über Geburt und Tod.
Selbsterleuchtet.
Offenbart durch den wahren Guru.“

Man glaubt, dass die Erde durch Wasser entstanden sei und sie sich irgendwann im Wasser enden werde. Die im 15. Jahrhundert entstandene monotheistische Religion geht auf den Wanderprediger Guru Nanak zurück. Seiner Ansicht nach zähle nur das Hier und Jetzt. Die Seele durchlaufe eine Kette von acht Millionen Wiedergeburten, bis die Stufe des Menschsein durch tugendhaftes Verhalten erreicht und die Vereinigung mit Gott möglich sei. Der Sikhismus lehrt, dass jeder Mensch das Göttliche in sich selbst erfahren könne.

Besonnenes Eingreifen von Polizisten

Bei dem Überfall auf den Sikhs-Tempel sei ein Polizist von mehreren Kugeln schwer verletzt worden. Als der Täter auf einen weiteren Polizisten geschossen habe, konnte der ihn schließlich durch einen tödlichen Treffer außer Gefecht setzen. Durch das besonnene Handeln der Polizisten sei ein noch größeres Blutbad verhindert worden. Zum Zeitpunkt des Geschehens hätten sich etwa 100 Menschen im Tempel aufgehalten.

Mehr als 80 Prozent der rund 23 Millionen Sikhs leben in der Ursprungsregion im indischen Bundesstaat Punjab sowie in Neu Delhi.