26. Juni 2017

Buddhisten intolerant gegenüber Christen

(AG WELT) Christen sind in Sri Lanka eine Minderheit. Der Direktor der Kommission für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz, Pastor Godfrey Yogarajah, klagt über eine wachsende Intoleranz der buddhistischen Mehrheit. Das geht aus einer Information der Agentur „The Sunday Leader“ hervor.

Die nationale Evangelische Allianz von Sri Lanka (Evangelical Alliance Sri Lanka / NCEASL) berichtet, dass die zuständige Polizeibehörde versäumt habe, auf einen Angriff buddhistischer Geistlicher auf den Reverend Lasantha Jayalath, einem Presbyterianer von Deniyaya, und seiner Frau angemessen zu reagieren. Auf dem Heimweg von einem Gemeindeglied seien sie von einem Mob von etwa 40 Personen angegriffen und zusammengeschlagen worden. Buddhistische Mönche hätten dem Treiben zugesehen, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Am nächsten Tag habe der Pastor Anzeige bei der Polizei erstattet, die jedoch nichts unternahm. Auf Anfrage habe der Polizeisprecher mitgeteilt, dass ihm ein solcher Zwischenfall nicht bekannt sei.

Beispiel religiöser Intoleranz

Yogarajah sagte gegenüber der Presse: „Das ist ein weiteres Beispiel für religiöse Intoleranz seitens einiger Menschen im Land. Es ist die Pflicht der Polizei auf eine solche Beschwerde hin zu handeln und die Sicherheit der Bürger des Landes sicherzustellen.“

Bereits 2011 berichtete das Hilfswerk Open Doors von mehreren Überfällen auf Christen in dem Inselstaat im Indischen Ozean. So habe man mehrere christliche Gemeinden teilweise wiederholt überfallen. Auch das Gemeindehaus der „Versammlungen Gottes“-Gemeinde in Noracholai (Bezirk Puttalam) sei im Januar 2011 von einer aufgebrachten Menschenmenge heimgesucht worden. Am Gebäude hatte man bereits dreimal Brandstiftung verübt, um die Bauarbeiten am genehmigten Projekt zu stoppen. Gewaltbereite Buddhisten wollen verhindern, dass Buddhisten Christen werden.

70 Prozent der in Sri Lanka lebenden 20 Millionen Einwohnern sind Buddhisten, 14 Prozent Hindus, 8 Prozent Muslime und nur 8 Prozent Christen.