30. April 2017

Bahnhof Warburg wird buddhistisches Zentrum

Das alte Warburger Bahnhofsgebäude wird buddhistisches Zentrum. Foto: PR

(AG WELT) Die Zahnärztin für Kieferorthopädie, Dr. Charlotte Gormsen, lässt das 160 Jahre alte Warburger Bahnhofsgebäude in ein buddhistisches Zentrum umbauen. Mieter ist der im April 2012 gegründete Verein „Wat Buddhametta Warburg“

Gormsen hatte das alte Bahnhofsgebäude für den symbolischen Preis von einem Euro von der Deutschen Bahn AG erworben. Mitte Dezember 2011 erfolgte die Schlüsselübergabe zum Gebäude, das nach Denkmalschutzrichtlinien in einen Buddha-Tempel umgebaut werden soll. Die Idee für die Umnutzung sei aus Kontakten der Warburgerin zu dem Warburger Restaurantbesitzer Houa Kouang Tu entstanden. Er habe ihr von dem Wunsch ansässiger Buddhisten berichtet, in Warburg eine Gebets- und Meditationsstätte einzurichten.

Verkehrskreuz „im spirituellen Sinne“

Wie die Stadt Warburg auf ihrer Internetseite schreibt, sei der Kauf des Gebäudes und die Einrichtung des buddhistischen Tempels für Gormsen „Fügung“ gewesen. Wörtlich sagte die promovierte Zahnärztin:

„Wie das alles gekommen ist? Da müssen Sie Buddha fragen – oder Gott.“

Der alte Bahnof in Warburg sei von den Buddhisten in der Mitte Deutschlands leicht zu erreichen. Das Verkehrskreuz Warburg würde es nun „auch im spirituellen Sinne“ geben, meint Gormsen.

In einem Teil des Obergeschosses werde die Wohnung für den künftigen Hausherren „Buddha Phrakrusitthipanyaphorn“ eingerichtet, der mit drei Schülern einziehen soll. Der buddhistische Verein bekomme im Erdgeschoss nach dem Zusammenlegen mehrerer Räume einen 140 Quadratmeter großen Tempel mit Meditationsraum sowie einen Speiseraum. Im Obergeschoss sowie im Dachgeschoss bestünden noch Erweiterungsmöglichkeiten.

Eine in Thailand gegossene rund 2,50 Meter hohe, 1,80 Meter breite und ca. 10.000 Euro teure vergoldete Buddha-Statue soll bereits im September in Warburg angeliefert werden. Noch in diesem Jahr soll das Bauvorhaben weitestgehend abgeschlossen sein.

Kommentar

Im Buddhismus gibt es keinen Gott, sondern den Glauben an eine Reinkarnation (Wiedergeburt). Schon deshalb hätte die Investorin ihrer Äußerung, der buddhistische Tempelbau sei „Fügung“ gewesen, hinzufügen müssen: „Wie das alles gekommen ist? Da müssen Sie Buddha fragen.“

Der Buddhismus besagt, dass der Bettelmönch Siddharta Gautama nach einer „Erleuchtung“ unter einem Feigenbaum zum „Buddha“ geworden sei und die buddhistische Lehre entwickelt habe. Der Buddhismus will dem Menschen zeigen, wie er aus allem Leiden im Leben befreit werden kann. In einem Kreislauf von ständigen Wiedergeburten, dem so genannten „Rad des Lebens“ (Samsara), das von den Lastern Gier, Unwissenheit und Hass angetrieben wird, muss der Gläubige den „Achtgliedrigen Pfad Buddhas“ gehen. Und nur über das Erfüllen auferlegter harter ethischer Normen (Karma) kann ein Buddhist das oberste Ziel, die Auslöschung ins Nichts (Nirvana) erreichen. Das nennt dann der Buddhist „Seeligkeit“.

Im Buddhismus können alle möglichen Götter und Götzen verehrt werden, aber es gibt keinen Gott. Dahinter steckt die große Sehnsucht, ein Leben ohne Gott führen zu wollen. Menschen entziehen sich ihrer Verantwortung gegenüber ihrem Schöpfer und suchen einen Weg der Selbsterlösung. Der buddhistische Glaube widerspricht dem Gott, der sich in Jesus Christus den Menschen offenbart hat. Allein Christus rettet Menschen aus Versagen und Schuld und bietet mit seinem Tod am Kreuz und seiner leibhaftigen Auferstehung von den Toten Rettung aus der Gottverlassenheit an. Buddhisten glauben, dass allein gute Werke einen Menschen in eine immer höhere Form der Wiedergeburt bringen. Christen glauben, dass sie allein der Glaube an Jesus Christus in ein ewiges Leben zum Vater in den Himmel führt.