28. Juni 2017

Bischof Bedford-Strohm lobt Islam in Penzberg

Moschee in Penzberg. Foto: PR

Moschee in Penzberg. Foto: PR

(AG WELT) Wie merkur-online vom Münchener Zeitungs-Verlag berichtet, habe gestern der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei einem Besuch der Moschee im oberbayerischen Penzberg (Landkreis Weilheim-Schongau) den Islam gelobt.

Auch Bedford-Strohms Vorgänger, Johannes Friedrich, habe der „Islamischen Gemeinde Penzberg e. V.“ 2010 einen Besuch abgestattet. Laut Aussage des Imams Bajrambenjamin („Benjamin“) Idriz wurde die islamische Gemeinde 1993 mit Hilfe der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş“ (IGMG) gegründet. Nach einem SPIEGEL-Bericht im Juni 2010 sei der bayerische Verfassungsschutz davon überzeugt, dass Idriz von Extremisten als eine Art trojanisches Pferd nach Penzberg geschleust worden sei, um dort unter dem Deckmantel des toleranten Predigers die Islamisierung Deutschlands vorzubereiten.

Bedford-Strohm habe bei seinem Moschee-Besuch betont, er wünsche sich einen „weltoffenen Islam“, wie er ihn in Penzberg finde. Man müsse zwar die Ängste der Menschen berücksichtigen, wenn beispielsweise islamistische Taten verharmlost würden, eine „pauschale Abqualifizierung des Islam“ dürfe es jedoch nicht geben. Die Menschen müssten fremde Religionen als Bereicherung sehen, so der evangelische Landesbischof.

Für den Imam sei der Besuch des Kirchenoberhauptes ein Zeichen für gegenseitige Akzeptanz, Toleranz und Mut. Damit zeige die evangelische Kirche „ein ernsthaftes Interesse an dem Dialog mit den Muslimen“.

Ein Leser schreibt auf merkur-online in einem Kommentar zur Nachrichtenmeldung: „Es ist offensichtlich: die evangelische Kirche sollte bitte auch vom Verfassungsschutz beobachtet werden…“. An die Adresse von Bedford-Strohm kommentiert ein anderer Leser: „Wenn der Islam so toll ist, dann konvertier halt!“

Das hauptsächlich mit Hilfe des Emirs Schardscha finanzierte rund 1.600 Quadratmeter große „Islamischen Forum“ in Penzberg wird nach eigenen Angaben von rund 1 000 Muslimen besucht und gilt als islamisches Zentrum im katholischen Oberbayern.

Nach dem Besuch des Bayerischen Landesbischofs erwartet die „Islamische Gemeinde Penzberg e. V.“ heute um 16:00 Uhr den Islamberater des Vatikans Pater Samir Khalil Samir. 2009 ernannte ihn Papst Benedikt zum Konsultor für das Generalsekretariat der Bischofssynode. Ob auch der Katholik den Islam in Penzberg lobt, bleibt abzuwarten.

Wie die islamische Gemeinde auf ihrer Internetseite berichtet, seien bereits viele Persönlichenkeiten in der Moschee zu Besuch gewesen, u.a. auch der Bayerische Landtagspräsident Alois Glück (CSU), die Grünen-Politiker Claudia Roth und Cem Özdemir sowie Bundesjustizministerium Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).