23. August 2017

Abtreibung: Wann ist der Mensch ein Mensch?

Foto: TiM Caspary/pixelio.de

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(AG WELT) Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, stieg die Zahl der Abtreibungen in Deutschland im ersten Quartal 2012 um 0,4 Prozent auf rund 29.100.

Die meisten Frauen (74 Prozent), die sich im Zeitraum Januar bis März 2012 für den Abbruch der Schwangerschaft entschieden, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt. Der Anteil der Frauen unter 18 Jahren lag bei vier Prozent. 40 Prozent der Frauen, die sich gegen das Austragen des Kindes entschieden, hatten vor der Abtreibung noch keine Lebendgeburt.

Tötungsmethoden

Bei 70 Prozent der Frauen wurde die Tötung ihres ungeborenen Kindes mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) vorgenommen. Bei dieser weit verbreiteten chirurgischen Abtreibungsmethode wird das vorgeburtliche Kind in Stücke gerissen und abgesaugt. Bei 16 Prozent der Abtreibungen sei – so das Statistische Bundesamt – das Mittel Mifegyne (Handelsname) verwendet worden. Mifepriston ist der Wirkstoff in der so genannten Abtreibungspille RU-486. Die Einnahme des Medikamentes in der Schwangerschaft führt innerhalb von 48 Stunden zum Öffnen des Muttermundes, zur Ablösung der Gebärmutterschleimhaut und zum tödlichen Ausstoß des Kindes.

Gesellschaft bstimmt Krtiterien zum Leben

Lebensrechtsgruppen, in denen sich zumeist bibeltreue Christen engagieren, verurteilen die straffreie und durch Krankenkassen finanzierte Tötung ungeborenen Lebens. Zur Auslegung von Artikel 1 Absatz 1 des Grundgesetzes besteht nach wie vor Unklarheit darüber, ob die Schutzverpflichtung des Staates gegenüber dem gezeugten Leben von Beginn an – mit Verschmelzung von Ei und Samenzelle – gilt oder ob ein Mensch erst nach von der Gesellschaft festzulegenden Kriterien Mensch sein darf. Letzteres dürfte das täglich praktizierte Unrecht der Tötung tausender Kinder in Deutschlands Klinken und Arztpraxen bestätigen.