18. August 2017

50.000 halbfertige Korane werden eingestampft

Exemplar des verteilten Koran. Foto: Thomas Schneider

Exemplar des verteilten Koran. Foto: Thomas Schneider

(AG WELT) Die Ulmer Druckerei Ebner & Spiegel hat die weitere Fertigung von rund 50.000 Koranen und deren Auslieferung gestoppt. Sie sollen nun nach einem „Spiegel Online“-Bericht recycelt werden.

Der Geschäftführer des Unternehmens, der inzwischen seinen Hut nehmen musste, habe den Druckauftrag eigenmächtig vom Verein „Nur für Dich e.V.“ angenommen.

Koran-Herausgeber: Salafisten-Prediger Ibrahim Abou Nagie

Der Herausgeber der deutschsprachigen Koran-Ausgabe, der Kölner Salafisten-Prediger Ibrahim Abou Nagie, habe nach Information der Zeitung „DIE WELT“ Ende Mai den Druck in Auftrag gegeben. Am 19. Juni hätte die Auslieferung der Korane erfolgen sollen.

Nagie gilt als Initiator der bundesweiten Verteilung kostenloser Koran-Ausgaben. Seit 2011 habe die Druckerei nach Medienangaben mehr als 30.000 Exemplare des „Heiligen Koran“ für die „Nagie“-Organisation gedruckt. Vom Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen sei, so die Druckerei, der Koran-Druck als „unbedenklich“ eingestuft worden. Bereits im April 2012 hatte die Druckerei einen Auftrag der Muslime abgeblockt.