23. März 2017

Verfassungsschutz warnt offiziell vor Salafisten

Diese Ausgabe des "Heiligen Koran" wurde in der Leipziger Innenstadt verteilt. Foto: Marc Schneider

Diese Ausgabe des "Heiligen Koran" wurde in der Leipziger Innenstadt verteilt. Foto: Marc Schneider

(AG WELT) Vor möglichen Anschlägen durch islamische Salafisten hat der Verfassungsschutz am vergangenen Montag eine offizielle Warnung ausgesprochen.

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, sprach gegenüber der BILD-Zeitung von einem „schwerwiegenden Sicherheitsproblem“. Salafisten sind wegen ihrer Gewaltbereitschaft schon seit längerem bekannt und würden mit allen Mitteln, „die nach dem Gesetz zur Verfügung stehen“ beobachtet, so Fromm.

Besondere Aufmerksamkeit erreichten die Salafisten mit der Verteilung von mehrerer Tausend kostenlosen Exemplaren des „Heiligen Koran“ und Attacken auf Polizisten und Anhängern der Bürgerbewegung „pro Deutschland“. Innerhalb weniger Wochen wurden in mehreren deutschen Großstädten die Koranexemplare verteilt. Ob sie gelesen werden, bleibt umstritten, „da der Koran als Werbemedium ungeeignet ist“, schreibt beispielsweise die „Junge Freiheit“. In Berlin habe man aus unbekannten Gründen die Daueranmeldung der Sondernutzung für die Koranverteilungen zurückgezogen, berichtet der Berliner Kurier.

Der Salafismus orientiert sich streng am Leben des Propheten Mohammed und in der Rückbesinnung auf die ersten islamischen Generationen und deren Leben nach Koran und Scharia. Salafisten kämpfen mit allen Mitteln für die Errichtung sogenannter Gottesstaaten. Salafisten glauben, dass sie die einzig wahre Gemeinschaft der Gläubigen seien. Insbesondere Juden und Christen seien Ungläubige, die in die Hölle kämen. Der Begriff Salafismus („As-Salaf As-Salih“) bedeutet „die frommen Altvorderen“ und spiegelt sowohl die religiöse als auch die politische Ausrichtung der salafistischen Anhänger wieder.

Der Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sagte im ARD-Morgenmagazin am 9. Mai: „Wir werden uns nicht gefallen lassen, dass gewaltbereite Salafisten den Frieden im Lande stören“. Friedrich geht von etwa 4.000 Anhängern in Deutschland aus. Davon stammten laut Verfassungsschutzbericht 2011 allein 500 aus Baden-Württemberg.

Der wohl bekannteste Salafist ist der frühere Profiboxer Piere Vogel, der heute zu den intensivsten Verfechtern und Hetzpredigern des Salafismus zählt. Besonderes Interesse findet die islamische Glaubensbewegung mit ihrer Weltanschauung bei Jugendlichen.

(Verfasser: Andreas Schiller, Praktikant)