11. Dezember 2017

MDR-Fernsehen interviewt „Pastafari“ – Ein Kommentar

Die "Pastafari-Religion" - Foto: Screenshot

Die "Pastafari-Religion" - Foto: Screenshot

(AG WELT) Für die Sendung „Außenseiter Spitzenreiter“ am 1. Februar hat das Fernsehen vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) einen sogenannten „Pastafari“ interviewt.

Madeleine Wehle ist der Frage nachgegangen, wer „den unglaublichsten Glauben“ hat und besucht Herrn Weida in Templin in der Uckermark. Er sei Anhänger der „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“. Verkleidet als Pirat stellt er sich den Fragen der Reporterin.

Die ersten Bilder lassen den unbedarften Zuschauer über das Aussehen dieses alten bärtigen Mannes schmunzeln. Wehle begrüßt ihn gar mit „Bruder Spaghettus“. Doch das vorgetäuschte und etwas komisch Anmutende sollte bald sein wahres Gesicht zeigen.

Er wolle „das Weltklima“ retten, sagt Weida. Seine Religion sei „eine sehr wissenschaftliche Religion“. Man habe sich bemüht herauszufinden, „warum das Weltklima so kippt“, warum die Erde immer wärmer werde. Und es gäbe „einen ganz eindeutigen Zusammenhang, den man grafisch nachweisen“ könne. Und so sagt Weida ohne mit der Wimper zu zucken:

„Mit dem Aussterben der Piraten ist das Weltklima immer wärmer geworden. Und um das wieder ins Lot zu bringen, müssen wir, so gebietet es unser Prophet, bei unseren heiligen Handlungen und an unseren Feiertagen immer im Piraten-Outfit sein.“

Die MDR-Dame fragt, warum da ein beschriftetes Nudelholz auf dem Tisch liege. Der Gott der „Pastafari-Religion“ sei, so Weida, „ein fliegendes Spaghettimonster“. Und dieses spezielle Nudelholz beinhalte ihr Glaubensbekenntnis. Ein Pastafari glaube „an das World Wide Web, den Biervulkan und die Stripperfabrik… Und die Nudeln, die wir jetzt kochen“, sagt er „sind heute Abend für unsere Heilige Nudelmesse.“

Dies sei „doch alles ganz schöner Blödsinn – oder?“ wirft Wehle vom MDR ein. Doch dann lässt der „Pirat“ die Katze aus dem Sack und erklärt:

„Ja, diese Idee hatte ein genialer Wissenschaftler in den USA, den es gestört hat, dass Kreationisten – das sind Leute, die die Bibel ernst nehmen – die der Meinung sind, die Dinosaurier haben mit den Menschen gelebt und die Erde ist 6.000 Jahre alt, es geschafft hatten, die Schöpfungsgeschichte der Bibel gleichberechtigt zur Evolutionstheorie Darwins im Biologieunterricht zu lehren.“

Das hätte den Mann aus den USA geärgert und er habe erklärt, dass er vom „fliegenden Spaghettimonster“ erleuchtet worden sei. Deshalb solle – so die Forderung des Mannes – diese Lehre gleichberechtigt zur Schöpfungsgeschichte der Bibel im Biologieunterricht gelehrt werden.

Herr Weida und Frau Weida, die sich „Elli Spirelli“ nennt, packen einen Koffer mit Utensilien, die sie – wie sie sagen – zur „Nudelmesse“ brauchen. Dann fahren sie nach Berlin. Herr Weida meint, dass er wegen eventueller Polizeikontrollen sein Kopftuch umbinden müsse. Das wäre seine „religiöse Kopfbedeckung“, mit der er auch auf seinem Führerschein abgebildet sei.

In Berlin warten schon andere selbsternannte „Pastafaris“, allesamt als Piraten verkleidet, um mit den beiden Templinern in einer Pizzaria eine „Nudelmesse“ zu feiern. Im Film, untermalt mit Choralmusik, hält eine Person eine Piratenfahne in der Hand, eine andere liest aus einem Büchlein. Eine der verkleideten Personen überreicht – in Anlehung an das Heilige Abendmahl in einem christlichen Gottesdienst – einen Becher. Statt einer Oblade oder eines Brotstücks lässt man eine Nudel in den Mund des knieenden Mann aus der Uckermark fallen. Dazu spricht der Ausspendende: „Nudel von seinen nudligen Anhängseln“. Nach dem ganzen Gedönse wird dann noch „Ramen“ als Kontra zum christlichen Amen gesprochen.

Diese von Menschen erfundene Religion zielt ganz offensichtlich darauf ab, Menschen, die an Jesus Christus als den Schöpfer und Vollender der Welt glauben und der Bibel als dem von Gott inspirierten Wort Gottes vertrauen, zu entwürdigen. Die Ursachen für solches Handeln sind sehr oft negative Erfahrungen dieser Menschen mit Kirche und Christen, die dann zu seelischen Verletzungen geführt haben. Aber auch eine verborgene Sehnsucht nach dem Sinn des Lebens kann einen Kampf gegen den Gott der Bibel ausgelöst haben. Doch der Gedanke, dass der lebendige Gott tatsächlich existieren könnte, lässt Menschen keine Ruhe. Während der atheistischen Buskampagne 2009 sagte einer der Agnostiker: „Wenn es euren Gott wirklich gibt, dann habe ich am Ende meines Lebens ein großes Problem“.