20. Oktober 2017

Kampf gegen Gipfelkreuze

Foto: Uli x./pixelio.de

Foto: Uli x./pixelio.de

(AG WELT) Ein Gipfelkreuz-Gegner aus dem Kanton Freiburg muss sich vor Gericht verantworten. Dem Bergführer Patrick Bussard droht gemäß einem Bericht der Freiburger Tageszeitung „La Liberté“ vom 17. Januar 2012 eine Geldbuße wegen Sachbeschädigung und Verletzung der Religionsfreiheit.

Der Bergführer hatte im Jahr 2009 die Gipfelkreuze auf dem Vanil-Noir, auf Les Merlas und dem Dent-de-Broc beschädigt, beziehungsweise umgesägt. Monatelang suchte die Polizei im Kanton Fribourg den Mann, der die Bergkreuze zerstört hatte. Schließlich verhaftete sie den 48-jährigen Bergführer Patrick Bussard.

Bussard hatte bereits monatelang über seine Aktion nachgedacht, als er in einer kalten Nacht im Oktober 2009 den Vanil-Noir bestieg. Gegen Mitternacht kletterte er durch den ersten Schnee hinauf auf den Gipfel, den Weg beleuchtete er mit einer kleinen Taschenlampe. Oben angekommen, schraubte Bussard das Kreuz aus seinem Betonfuß. „Ich habe keinen Moment gezögert“, sagt er gegenüber der Zeitung „Le Matin“.

Wenig später schlug Bussard erneut zu. Am helllichten Tag bestieg er den Gipfel Merlas. Es stürmte heftig, sodass der Bergführer keine Begegnung mit anderen Kletterern fürchten musste. In seinem Rucksack trug Bussard eine Säge. „Das Kreuz hatte ich in wenigen Minuten umgesägt“, sagt er.

Nach eigenen Aussagen hatte der Bergführer die Kreuze aus ideologischer Überzeugung abgesägt: „Die Natur gehört keiner Religion“, sagt er gegenüber „Le Matin“. „Sie soll ein freier Raum sein“. Seit Jahren arbeitete er daran, dass religiöse Symbole aus dem Kanton Fribourg verschwinden. Bussard will den Einfluss und die Präsenz des Christlichen Glaubens in der Öffentlichkeit bekämpfen.

Folglich lautet die Anklage für das Absägen der Kreuze auf „Störung der Glaubens- und der Kultusfreiheit sowie Sachbeschädigung“. Mit seinen Aktionen wollte Patrick Bussard die Macht der Kirche erschüttern und eine Diskussion über die Gipfelkreuze lancieren. Bussard sagt, dass er eine öffentliche Diskussion um die Gipfelkreuze provozieren wollte: „Ich habe mein Ziel erreicht – die Debatte läuft.“

Angesichts der großen medialen Aufmerksamkeit startete Bussard im Oktober 2010 eine Unterschriftensammlung gegen religiöse Symbole in der Natur und an anderen öffentlichen Orten. Er werde weiterhin für seine Idee kämpfen, kündigte der Anti-Kreuz-Aktivist an. Bussard sagt, er habe auf seine Taten mehrheitlich positive Reaktionen erhalten. „Ich habe mehr Unterstützungsbriefe erhalten, als dass ich mit negativen Reaktionen konfrontiert wurde“, sagt er. Dies schreibt er auch den aktuellen, negativen Schlagzeilen rund um die Kirche zu.

Der Schweizer Alpenclub (SAC) hat Patrick Bussard zwischenzeitlich aufgrund seines Vorgehens aus dem Verein ausgeschlossen. „Wir können nicht verstehen, wieso er so etwas getan hat“, sagt Präsident Pierre-André Kolly. Das Gipfelkreuz von Les Merlas sei inzwischen wieder an seinem Platz. Jenes auf dem Vanil Noir werde bald repariert.

In den vergangen Jahren gab es verschiedene, medienwirksame Aktionen die den Christlichen Glauben aus der Öffentlichkeit verdrängen wollten. Christliche Symbole und Aussagen sollten aus Schulen und Unterricht, Städten und Plätzen, Gesetzen und Lehrplänen verschwinden, so forderten die Kirchengegner.