11. Dezember 2017

Nina Hagen: Glaube, Jesus, LSD

Jesus & Nina - Quelle: Homepage Nina Hagen

Jesus & Nina - Quelle: Homepage Nina Hagen

(AG WELT) Am Ende des Jahres 2011 gab die deutsche „Godmother des Punk“, Nina Hagen, dem KulturSPIEGEL ein Interview.

Mit 17 wollte die Sängerin, Schauspielerin und Songwriterin „unbedingt wissen, ob es Gott gibt“. Seit ihrer Kindheit habe sie diese Sehnsucht in sich getragen. Mit 12 Jahren habe sie sich „intensiv mit der Bibel beschäftigt“ und gelesen, „dass Jesus Menschen heil- und gesundgemacht hat“. Das habe sie fasziniert und sich auf eine „intensiven Suche nach diesem unbekannten Wesen Gott“ begeben.

Durch ein „Nahtoderlebnis“ im Alter von 17 Jahren habe sie ihn gefunden. Sie sei gestorben, „kurz mal im Heimatland der Seele aufgetaucht“ und hätte Gott um Hilfe gerufen. Er habe geantwortet und sie gerettet, so Hagen. „Diese eine Nacht mit Jesus Christus“ bestimme ihr ganzes Leben. Hagen wörtlich:

„Die Sängerin, der Mensch, der ich geworden bin, bin ich geworden, weil ich mich danach gesehnt habe, mit dem lieben Gott eine Beziehung einzugehen“.

Es stimme, so die Punksängerin, dass bei ihrer Nahtod-Erfahrung LSD (eines der stärksten bekannten Halluzinogene) im Spiel gewesen sei und sie daraus schließe, „dass Gottes Wege mysteriös sind“. In der DDR habe es zwar keine Drogen gegeben, doch Freunde aus Warschau hätten ihr das LSD mitgebracht.

Ihr „größter Herzenswunsch“ in der Karrierelaufbahn sei gewesen, „mit Jesus auf der Bühne und im Leben zu stehen“. Auf die Frage, warum sie sich, nachdem sie doch schon frühzeitig Gott gefunden hätte, erst 2009 habe taufen lassen antwortet Hagen:

„Das stimmt so nicht. Ich habe mich schon 1981 mit meinem Baby Cosma in L. A. taufen lassen, von einem Musiker. Der war zwar nicht geweiht, aber ein Priester im Herzen.“

Nach ihrer ersten Erwachsenentaufe sei sie dann in eine hunduistische Sekte im Ashram gewesen, bei der es aber nie um Gott gegangen sei. Dann habe sie Pastor Kalle , bei „Frontal 21 auf der Interview-Couch“ kennengelernt . Er habe von seiner Arbeit erzählt, und da sei ihr klar geworden: „ich habe meinen Pastor gefunden.“ Durch ihn habe sie sich dann für die „offizielle Kirche“ entschieden und sich 2009 noch einmal taufen lassen.

Als 19jährige landete Hagen mit dem Song „Du hast den Farbfilm vergessen“ einen Hit in der DDR. Danach seien Kinder verkleidet als Nina Hagen zum Fasching gegangen. Hagen wollte in der DDR ursprünglich Schauspielerin werden. In den 1980er und 1990er Jahren machte sie durch eigene UFO-Theorien und durch ihr Interesse an Spiritualität und Religionen auf sich aufmerksam. Am 30. Oktober 2007 erregte Hagen in der Fernsehsendung „Menschen bei Maischberger“ Aufsehen durch ihr Verhalten. Zum Thema „Ufos, Engel, Außerirdische – sind wir nicht allein?“ äußerte sie Mitgefühl für von Außerirdischen entführte Menschen. Die Moderatorin Sandra Maischberger erklärte daraufhin: „Nina, ich habe das Gefühl, dass in deinem Kopf viel durcheinander geht.“

Lesen Sie zu Nina Hagen auch folgende Beiträge:
Nina Hagen: Unmittelbar vom Kirchentag auf die Bühne beim Christopher Street Day
Nina Hagen: Gott liebt Homosexualität
Nina Hagen: Gott lenkt meinen Lebensweg