24. Juni 2017

Islamische Feier im evangelischen Kindergarten

Foto: Karl-Heinz Liebisch/pixelio.de

Foto: Karl-Heinz Liebisch/pixelio.de

(AG WELT) Wie die Evangelische Nachrichtenagentur idea berichtet, hat ein evangelischer Kindergarten im unterfränkischen Karlstadt am 5. Dezember Kinder und Eltern, Vertreter von Kirche, Stadt und der islamischen Religionsgemeinschaft zur Feier des islamischen Aschura-Gedenktages eingeladen.

Kritik an dieser Religionsfeier übte der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB), Andreas Späth (Windsbach bei Ansbach). Seiner Ansicht nach könne es nicht Aufgabe einer kirchlichen Bildungseinrichtung sein, fremdreligiöse Feste zu begehen.

Das Wort Aschura kommt aus dem arabischen und bedeutet „der zehnte Tag“, und zwar ist er der zehnte Tag des ersten Monats im islamischen Kalender. Während des „Aschura Tages“ ist es bei Muslimen Brauch, die „Aschura-Suppe“ in großen Mengen zu kochen und zu verteilen. Mit dieser besonderen Suppe erinnern Muslime an den Propheten Noah, der im Koran (Suren 11 und 71) als Retter seiner Familie und den Tieren vor der Sintflut beschrieben wird. Als die Arche auf dem Berg Ararat gelandet sei, hätte man aus allem, was an Resten übrig war, diese Suppe als Festessen gekocht. Durch die Gnade Gottes hätte sie sich vermehrt, so dass jeder satt geworden wäre.

Der Verzehr der Aschura-Speise gelte, so Muslime, als Zeichen dafür, dass Allah im kommenden Jahr Wohlstand schenken würde. Auch Gebete, die während des Festes gesprochen werden, würden in Erfüllung gehen.

Vom Imam Ahmet Kusoglu und vom evangelischen Pfarrer Paul Häberlein sei die Geschichte von Noah im evangelischen Kindergarten erzählt worden. Nach Einschätzung der Kindergartenleiterin, Evi Krempel, sei das Aschura-Fest eine „ideale Gelegenheit, die Gemeinsamkeit der Religionen aufzugreifen“. Kinder sollten, so Krempel, lernen, andere Religionen zu respektieren. Am Martinsumzug und am Krippenspiel würden auch muslimische Kinder mit ihren Eltern teilnehmen.

Dazu Späth von der KSBB: „Es hat nichts mit Respekt zu tun, von Christen zu verlangen, Feste anderer Religionen zu feiern. Die Teilnahme an einer fremdreligiösen Handlung ist ein Verstoß gegen das Erste Gebot.“

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DAS ERSTE GEBOT
Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.