23. August 2017

Hellseher und Weltuntergangspropheten haben versagt

Foto: A. Dreher/pixelio.de

Foto: A. Dreher/pixelio.de

(AG WELT) Wie in den vergangenen Jahren, so bescheinigt der Mathematiker Michael Kunkel Hellsehern und Weltuntergangs- propheten auch für das Jahr 2011 prognostisches Versagen.

Seit langem prüft Kunkel Voraussagen von Wahrsagern und Astrologen, ob sich diese bestätigt finden. Die gesammelten Informationen reicht er dann an die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) weiter.

Das Fazit für die selbsternannten Propheten, die sich meist als Schwarzseher erwiesen, sei katastrophal. Viele Prophezeiungen würden weder Ort noch Zeit des Geschehens nennen und seien somit „absolut wertlos“. Das Voraussagen von unspezifischen Naturkatastrophen, Terroranschlägen oder Unfällen sei „so sinnvoll wie die Warnung vor drohender Kälte im Dezember“.

Astrologen wie Christa Heidecke hätten nach der Fukushima-Katastrophe anhand diverser Horoskopbilder plötzlich ganz genau erklären können, wieso alles so geschehen musste, wie es bereits geschehen war.

Frank Felber, ebenfalls Astrologe, bleibt den Beweis zu seiner Aussage, dass man prinzipiell „auch Erdbeben mit Hilfe der Astro-Kartographie voraussagen kann“ schuldig. Könnte Felber seine Behauptung belegen, bekäme er von der James Randi Educational Foundation in den USA mindestens eine Million Dollar Preisgeld.

Sogenannte Promi-Prognosen hätten besonders dann eine höhere Trefferquote, wenn diese mit Worten wie „…könnte mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen haben“ formuliert wären. Bereits mehrfach daneben lag das populäre kanadische „Medium“ Nikki Pezaro; sie hatte eine Hochzeit inklusive Vaterschaft für George Clooney vorausgesagt.

„Prophethien“ von Astrologen wie Aylin Bulanik, Casia Cheyenne, Nikki Pezaro, Aylin Bulanik, die bei Angelina Jolie und Brad Pitt, Helene Fischer und Florian Silbereisen oder Tom Cruise und Katie Holmes deren endgültige Trennung erwarteten, blieben erfolglos.

Die falscheste Voraussage hätte die schweizerisch-französische Astrologin Elisabeth Teissier vorzuweisen. Sie habe dem über eine Sex-Affäre gestrauchelten ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn „ein geniales Jahr“ prophezeit. Die „blinden Hühner“, die in der Wahrsagerbranche ein Korn gefunden hätten, seien die Wahrsagerin Mona Stein und die Astrologin Aylin Bulanik. Sie hätten prophezeit, dass Guido Westerwelle als FDP-Parteichef abtreten müsse. Doch schon Ende 2010 sei das von vielen politischen Beobachtern erwartet worden.

Hellseher hätten nicht nur bei ihren Börsenprognosen, sondern auch in der Vorausschau zum Fußballgeschehen versagt. Dazu Kunkel, für den sich auch alle Weltuntergangsprognosen als „grottenfalsch“ entpuppten, meint: „Den deutschen Fußballern werden mehrere Astrologen und Wahrsager den EM-Titel prophezeien, und die Welt wird auch 2012 nicht untergehen.“

Die GWUP hat sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, Erkenntnisansprüche zu untersuchen, die sich am Rande oder außerhalb der akademischen Wissenschaften befinden. Vorsitzender im GWUP-Vorstand ist der Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik/Nachrichtentechnik Amardeo Sarma.