21. Oktober 2017

Weihnachten – ein heidnisches Fest?

Foto: Gerd Altmann/pixelio.de

Foto: Gerd Altmann/pixelio.de

(AG WELT) Man höre und staune, da gibt es doch Menschen, die haben regelrecht Angst vor Weihnachten. Nicht weil sie den Konsumstress fürchten oder die familiären Spannungen zum Fest. Sie fürchten sich vor ominösen, heidnischen Hintergründen des Weihnachtsfestes. Sie versuchen anderen das Fest zu vermiesen, indem sie ihnen unterstellen, sie würden in ihrer Feier heidnische, nichtchristliche Götter verehren.

Sicher ist es ein Problem, wenn vielen Feiernden die christlichen Hintergründe von Weihnachten abhanden gekommen sind. Trotzdem finden sich in Deutschland wohl kaum viele Menschen, die das Christfest begehen, um insgeheim altorientalischen Gottheiten zu huldigen.

Weihnachtsverschwörer gehen Geschichtsklitterung auf den Leim

Die Weihnachtsverschwörer gehen offensichtlich davon aus, dass die meisten Feiernden gar nicht wissen was sie tun. Sie meinen sich an die Geburt Jesu zu erinnern und beten dabei in Wirklichkeit zu Wodan, Astarte oder dem sol invictus. Ohne sich darüber im Klaren zu sein, sind die Weihnachtsverschwörer klammheimlich einer Geschichtsklitterung des 19. Jahrhunderts auf den Leim gegangen. In der Romantik und dem zunehmenden deutschen Nationalismus bemühe man sich, das Mittelalter mit seinen Burgen und Rittern zu verklären und zu versüßen. Außerdem wollte man die deutschen Wurzeln von allem und jedem entdecken, selbst da, wo gar keine vorhanden waren. Man entdeckte die deutschen Märchen und Sprichwörter wieder neu, erinnerte sich an Armin den Cherusker und versuchte auch die verbreiteten Bräuche und Symbole germanisch umzudeuten. Das führte zu konstruierten Verbindungen zwischen oftmals jungen Weihnachtsbräuchen und altgermanischen oder römischen Glaubensvorstellungen.

Weihnachten und Nationalsozialismus

Diese Konzepte kamen den Nationalsozialisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts gerade recht, wollten sie doch das ganze Christentum germanisieren. In der Propaganda Hitlers wurde Weihnachten ganz zu einem „urdeutschen“ und „heidnischen“ Fest der Winter-Sonnenwende.
Christliche Bräuche und Symbole wurden schamlos umgedeutet, damit sie zur offiziellen Linie des Nationalsozialismus passten. Heutige Weihnachtsverschwörer stehen nun bewusst oder unbewusst in dieser Tradition romantischer und nationalsozialistischer Geschichtsfälschung. Das Tragische an solchen Verschwörungstheorien ist nur, dass man sie nicht wirklich widerlegen kann – weil ihnen weitgehend jede faktische Grundlage fehlt. Und bloße Behauptungen kann man entweder glauben oder man kann es auch sein lassen.

1. Weihnachtsgegner argwöhnen Terminprobleme. Demnach wüsste keiner, an welchem Tag genau Jesus geboren sei. Das stimmt tatsächlich, hindert allerdings kaum daran, dann irgendein Datum für die Erinnerungsfeier an die Geburt in Bethlehem festzulegen. Wobei die dringende Suche Marias und Josefs nach einer Herberge eher für das kalte Winterhalbjahr in Israel spricht.

2. Weihnachtsgegner vermuten heidnische Feiertage hinter dem christlichen Weihnachtsfest. Insbesondere die Winter- Sonnenwende mit dem römischen Fest des sol invictus (25. Dezember) böte sich als Parallele an. Allerdings fällt es bei rund 100 offiziellen Feiertagen im Kalender der alten Römer schwer, einen Termin für ein dreitägiges christliches Fest zu finden, ohne Überschneidungen mit heidnischen Festkalendern. Darüber hinaus passt die Zeit nach der Sonnenwende, mit ihren wieder länger werdenden Tagen doch hervorragend in die Symbolik der Geburtsgeschichte Jesu Christi. Beschreibt doch Jesu Jünger Johannes das Ereignis mit folgenden Worten: „Das Licht kam in die Finsternis…“ (Joh 1,5ff).

3. Weihnachtsgegner wittern bei grünen Gestecken wie dem Adventskranz Anleihen aus alten germanischen Naturkulten. Dabei entgeht ihnen geflissentlich, dass der Großteil des weihnachtlichen Schmucks erst verhältnismäßig jungen Datums ist. Der Adventskranz beispielsweise wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts von dem Hamburger Pfarrer Johann Hinrich Wichern erfunden und trat dann seinen Siegeszug über die ganze Welt an.

4. Weihnachtsgegnern missfällt ganz besonders der Weihnachtsbaum. Tatsächlich hatten manche Germanen im Winter Tannenzweige und -bäume umgekehrt an den Firstbalken ihres Daches gehängt, allerdings ohne Schmuck oder Geschenke. Der erste Christbaum wird aber erst im 15. Jahrhundert im Elsass aufgestellt, einer Gegend, in der schon seit mehr als tausend Jahren Christen lebten. Da fällt es doch schwer zu glauben, dass diese Christen plötzlich längst vergessene, germanische Bräuche wiederbeleben und so geschickt tarnen, dass Kirche und Christen nichts davon merken und den Weihnachtsbaum über Jahrhunderte hinweg als christliches Symbol verstanden.

Letztlich: Weihnachtsgegner arbeiten im Allgemeinen immer nach derselben Methode. Allein die nur oberflächliche Ähnlichkeit eines zu Weihnachten benutzten Symbols (Baum, Geschenke, Kerze usw.) mit einem Symbol oder Brauch aus irgendeiner anderen Religion oder Kultur genügt, um dieses Symbol abzulehnen. Ob zwischen dem Baum im Hinduismus oder dem Alten Orient und dem Christbaum überhaupt eine historische oder inhaltliche Verbindung besteht, spielt dann zumeist gar keine Rolle mehr. Sie sehen ähnlich aus, also haben sie auch miteinander zu tun, so wird behauptet. Dabei sind solche Argumentationen offensichtlich unsinnig, da man aus oberflächlicher Ähnlichkeit keine notwendige Verwandtschaft ableiten kann.

Kein Mensch muss (!) Weihnachten feiern

Wollte man ernsthaft nach solchen Prinzipien vorgehen, könnte man ohne Problem auch die Verwandtschaft zwischen hinduistischen Tauchbädern im Ganges und der christlichen Taufe, oder zwischen dem Initiationsmahl des Mithras und dem christlichen Abendmahl konstruieren. Doch müssen ähnliche Bräuche und Symbole natürlich nicht immer etwas miteinander zu tun haben.

Natürlich ist kein Mensch dazu gezwungen, Weihnachten zu feiern. Wer sich allerdings an die einzigartige Geburt Jesu erinnern will, wird auch in diesem Jahr wieder das Weihnachtsfest genießen können, mit seinen unzähligen symbolischen Hinweisen auf Gottes Geschichte mit den Menschen.

„Und es begab sich aber zu der Zeit, als ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging…“ (Lk 2,1ff)

Frohe Weihnachten!

(Michael Kotsch, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Weltanschauungsfragen e.V.)

Mehr Informationen in:
Michael Kotsch: Weihnachten – Herkunft. Sinn und Unsinn von Weihnachtsbräuchen, Hammerbrücke, Jota Verlag 2003
Michael Kotsch: Weihnachtsbräuche .. und was sie bedeuten, Dillenburg, Christliche Verlagsgesellschaft 2007

Kommentare

  1. Prüfet alles! Es ist gut, Themen wie Weihnachten zu prüfen und nicht jeder, der kein Weihnachten feiert, ist gleich ein Verschwörer. So ist es einfach nur nüchtern, beide Seiten ernsthaft gegenüberzustellen. Ich habe einen Bericht gefunden, der sehr fundiert die andere Seite dieses Artikels beleuchtet und ich muss sagen, mich hat das stark zum Überlegen gebracht:
    http://www.geiernotizen.de/node/360

    Mit herzlichem Gruß
    Dieter Groß

    • Lieber Bruder Dieter Groß,

      vielen Dank für Ihre Zuschrift. Wenn Sie meinen Artikel aufmerksam lesen, werden Sie feststellen, dass ich nicht diejenigen als Verschwörungstheoretiker bezeichne, die Weihnachten nicht feiern wollen, sondern diejenigen, die mit falschen Argumenten anderen Christen schlechte Motive unterstellen weil sie Weihnachten feiern. Der von Ihnen angeführte Artikel ist dafür ein gutes Beispiel.

      Darin werden zahlreiche Behauptungen aufgestellt, von denen keine einzige belegt oder gar bewiesen wird.

      1. Ohne jede nähere Begründung oder ein Zitat aus dieser Zeit wird behauptet, Konstantin der Große habe den Mithras- Kult und andere heidnische Elemente mit dem Christentum verbinden wollen, was zum christlichen Weihnachtsfest geführt habe. Wenn Sie in den Predigten und Schriften des 4. und 5. Jahrhunderts nachlesen, finden Sie für solche Behauptungen keinerlei Hinweise. Gerade im Gegensatz dazu wird von Anfang an immer wieder hervorgehoben, dass man sich bei diesem Fest an die Geburt Jesu erinnert.

      2. Dann wird ohne inhaltliche Begründung behauptet, Weihnachten sei antisemitisch und katholisch, obwohl es die katholische Kirche als Konfession damals noch gar nicht gab.

      3. Dann wird Weihnachten mit der Religion der Bahai verglichen, obwohl beide rein gar nichts miteinander zu tun haben.

      4. Es wird behauptet, Konstantin habe an Baal geglaubt obwohl er selbst und alle Zeitgenossen das Gegenteil sagen und betonen, dass er an Jesus Christus und den Gott der Bibel glaubte.

      5. Später wird spekuliert, das Kreuz sei unchristlich, ein heidnisches Zauberzeichen, obwohl zu allen Zeiten das Kreuz als Symbol der Christen angesehen wurde.

      6. Danach wird eine Hexe als Autorität zitiert, um zu zeigen, dass Weihnachten schlecht ist.

      7. Nach zahlreichen weiteren unsachlichen Behauptungen wird aus der Bibel zitiert, dass Gott gegen Abgötterei und Götzenkult ist, was natürlich niemand bestreitet. Doch dass das heute gefeierte Weihnachtsfest irgendetwas mit Götzenanbetung zu tun hat wird an keiner einzigen Stelle in dem genannten Artikel glaubhaft gemacht.

      8. Immer wieder wird betont, Weihnachten sei katholisch und man müsse sich von allem Katholischen trennen. Dabei wird schnell vergessen, dass die katholische Kirche keine einheitliche Gruppe ist und dass Männer wie Wycliff oder Lefevre oder Pascal Katholiken und gläubige Christen waren. Man sollte auch daran denken, dass nicht alles nur deshalb falsch ist, weil auch Katholiken es glauben. Nach ihrem Katechismus glauben Katholiken dass jeder Mensch sündig ist, dass Jesus für die Sünden der Menschen gestorben ist, dass nur der Tod Jesu von der Schuld Gott gegenüber retten kann usw.

      Schlussendlich muss natürlich niemand das Christfest feiern, aber man sollte auch keine unhistorischen, unbiblischen und widersprüchlichen Behauptungen aufstellen, um andere Christen grundlos Weihnachten madig zu machen.

      Michael Kotsch

      • Lieber Michael Kotsch,

        danke erst einmal für Ihre ausführliche Reaktion auf meinen Kommentar. Es spricht sehr für Sie, dass Sie den verlinkten Text ganz gelesen haben.

        Ich stimme Ihnen 100% zu, dass kein wahrhaftiger Christ Götzen wie Wodan, Astarte oder den Sol Invictus anbeten wird. Wir Gläubigen lieben doch alle unseren Herrn Jesus sehr.

        Die Gefahr liegt viel mehr darin, dass wir im traditionellen Weihnachtsfest einen anderen Jesus feiern (siehe auch 2.Kor.11,4), nämlich den „katholischen“ Jesus, der theologisch gesehen aus der Eucharistie kommt. Die Wurzeln des Weihnachtsfestes liegen doch tatsächlich im Katholizismus, dessen antichristliche (Ver)Führung (Papst) ja bereits von dem Insider Martin Luther deutlichst benannt wurde.

        500 Jahre später sehen wir, wie der ökumenische Strudel weite Teile der evangelikalen Welt mit sich reißt. Was passiert hier? Die Evangelikale Welt sieht kaum mehr Unterschiede zwischen dem Christus der Bibel und z.B. dem „Hostienchristus“ und hurt so teilweise einem anderen Christus nach, ohne sich darüber im klaren zu sein. Das ist Verführung! Der Diabolos kommt nun mal nicht im Wolfspelz, sondern als Engel des Lichts.

        Darum bin ich der Meinung, dass man Traditionen, die keine eindeutige Grundlage in der Schrift aufweisen, besser nicht im Einklang mit denjenigen Kirchen halten sollte, mit denen man im Grunde gar nichts gemein haben will. Deshalb würde ich – wenn überhaupt – die Geburt Jesu lieber im Juli feiern oder von mir aus auch das ganze Jahr über. Einen anderen Jesus sollten wir aber entlarven und ihm widerstehen. Nur – so einfach ist das gar nicht.

        Dem Autoren des verlinkten Artikels teile ich die Adresse Ihrer Seite mit und bitte ihn um Belege für seine Behauptungen, die Sie als unbewiesen entlarvt haben.

        Nicht von der Hand zu weisen sind jedoch seine aufgeführten alttestamentlichen Parallelen, dass die Dinge, die Gott mit einem Bann belegt hat, nicht geistlich und auch nicht „zu Seiner Ehre“ einfach umgewidmet werden können (siehe 1.Samuel 15).

        Auch das Beispiel aus 2. Mose 32, 4ff zeigt, wie die Israeliten dem HERRN ein Fest ausrichten wollten, in dem sie einen Götzen, das Goldene Kalb, konstruierten und den Herrn damit ehren wollten. Auch dazu ist uns doch das Alte Testament gegeben, dass wir aus Israels Fehler lernen können.

        Herzliche Grüße,
        Dieter Groß

        • Lieber Dieter Groß,

          Ihre Kritik an einer falsch verstandenen Ökumene und einer bedenkenloser Übernahme katholischer oder fremdreligiöser Symbole und Glaubensinhalte teile ich weitgehend.

          Der Bericht vom goldenen Kalb aus 2.Mose 32 ist natürlich ernst zu nehmen. Offensichtlich schützt die gute Absicht nicht vor Irrtum und Synkretismus. Die wichtige Frage ist hier aber, ob dieses alttestamentliche Beispiel etwas mit dem Christfest zu tun hat. Und das möchte ich bezweifeln. Es wird nicht wie in 2.Mose 32 irgendein Bild aufgerichtet und angebetet. Viele der heute praktizierten Bräuche sind von evangelischen Theologen erfunden und interpretiert worden (wie der Adventskranz), nicht von katholischen. Darüber hinaus muss ein Brauch nicht schon allein deshalb falsch sein, weil er auch in der katholischen Kirche praktiziert wird. So wurde in der katholischen Kirche lange vor der evangelischen im Gottesdienst aus der Bibel vorgelesen, das Vaterunser gebetet und zum Gebet gekniet, das ist doch nicht nur deshalb falsch, weil es auch von Katholiken gemacht wird.

          Der Autor des von Ihnen angeführten Artikels wird Sie vermutlich auf das Buch von Alexander Hislop verweisen, das in diesem Zusammenhang immer wieder herangezogen wird. Von fachkundigen Religionswissenschaftlern, Theologen, Brauchtumsforschern usw. wird dieses Buch zurecht aber nicht ganz ernst genommen, weil es fast nur behauptet, aber keine wirklichen nachweise liefert. (Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Hislop) Fast ausschließlich werden lediglich Ähnlichkeiten verschiedener Bräuche oder Abbildungen präsentiert, ohne aber deren wirkliche Abhängigkeit und deren historischen Bezug nachzuweisen. Oftmals stammen die Abbildungen aus vollkommen unterschiedlichen Kulturräumen und aus vollkommen unterschiedlichen Zeiten, weshalb eine wirkliche inhaltliche Verwandtschaft sehr unwahrscheinlich ist. Außerdem spiegeln seine Überlegungen den Stand der Forschung von vor 150 Jahren wieder, und das auch nur stark interpretiert. Seitdem hat sich viel getan.

          Michael Kotsch

          • Lieber Michael Kotsch,

            danke für Ihre Anmerkungen zu meiner Antwort. Wie sie wissen, ist das, was uns im Alten Testament gegeben wurde, zu unserer Belehrung geschrieben (Rö15,4). Es geht nicht um eine 1:1 Übernahme, sondern um Bilder, die uns verdeutlichen, wie Gott die Dinge sieht. Die Vorstellung, dass es außerhalb meines Ehelebens überhaupt die Möglichkeit von Hurerei gibt, war mir zuerst verborgen. Irgendwann ist in mir die Frage aufgekommen, warum uns das Erste Gebot der zehn Gebote an erste Stelle gesetzt wurde. Dieses Gebot ist wahrscheinlich besonders wichtig, darum steht es ganz vorn. Wir sollen erst einmal wissen, WER uns etwas sagt. Gott möchte, dass wir IHN KENNEN und unterscheiden von den Götzen, die keinen Anteil an der Herrlichkeit der Schöpfung haben.
            2. Mose 20
            1 und Gott redete alle diese Worte und sprach:
            2 ich bin Jehova, dein Gott, der ich dich herausgeführt habe aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft.
            3 du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
            4 du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, noch irgend ein Gleichnis dessen, was oben im Himmel und was unten auf der Erde und was in den Wassern unter der Erde ist.
            5 du sollst dich nicht vor ihnen niederbeugen und ihnen nicht dienen; denn ich, Jehova, dein Gott, bin ein eifernder Gott

            Wenn ich jetzt die Möglichkeit gehabt hätte, eine Stelle aus diesem Text „fett“ zu markieren, dann wäre es diese Stelle gewesen: „denn ich, Jehova, dein Gott, bin ein eifernder Gott“. Und weiter: Jesaja 42,8 Ich bin Jehova, das ist mein Name; und meine Ehre gebe ich keinem anderen, noch meinen Ruhm den geschnitzten Bildern. Im Kontext dieses Verses (V.5) erkennen wir deutlich Christus, durch den alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen wurde. Apg.4,12 und es ist in keinem anderen das Heil, denn auch KEIN ANDERER NAME ist unter dem Himmel, der unter den Menschen gegeben ist, in welchem wir errettet werden müssen. Hier geht es wieder um den Namen. Nicht um den Buchstaben des Namens, sondern um die Person selbst. Der Jesus von Weihnachten ist ein anderer Jesus (2.Kor.11,4). Das ist der Jesus der Katholischen Theologie. Ich glaube, der eifernde Gott legt Wert auf Seinen Namen und dass der Name mit dem Wort und der Wahrheit übereinstimmt. Hier ist es nach meiner Ansicht dem Diabolos gelungen, Vermischung in die Gemeinde Jesu zu bringen, die es erschwert, den Herrn der Herrlichkeit zu erkennen und eindeutig zu unterscheiden. Das wird auch in der falschen Ökumene immer mehr deutlich.

            Freundliche Grüße,
            Dieter Groß

          • Lieber Dieter Groß,

            ohne Zweifel verurteilt das Alte Testament Abgötterei und Synkretismus. Allerdings glaube ich, dass diese heute weit eher und offensichtlicher in esoterischen Glaubenssystemen oder dem Mammonismus zu finden sind als im Christfest.

            Warum das Weihnachtsfest Untreue gegen Gott sein soll oder Abgötterei ist mir immer noch nicht deutlich geworden, denn alle mir bekannten Christen erinnern sich an diesen Tagen an die Geburt Jesu Christi und huldigen keinem anderen Gott, weder versteckt noch offensichtlich. Auch hat keiner der weit verbreiteten Weihnachtsbräuche wirklich mit alten germanischen oder römischen Riten zu tun.

            Da nun wohl alles Wesentliche geschrieben worden ist, können wir es wahrscheinlich dabei belassen.

            Mit freundlichen Grüßen

            Michael Kostch

          • Lieber Bruder Michael Kotsch,

            das Wesentliche ist geschrieben, da bin ich Ihrer Meinung.

            Abschließend stelle ich fest, dass nach Ihrer Auffassung also der Christus der katholischen Theologie, gar kein anderer Christus ist. Alle Ihnen bekannten Christen erinnern sich in diesen Tagen an die Geburt Jesu. Das verstehe ich. Das geht mir auch so. Da kommt man einfach nicht drum herum.

            Es gab in den 50er Jahren eine bekannte Werbung, die lautete folgendermaßen:
            „Eine Million Hausfrauen können sich nicht irren! – Persil“.
            Wenn diese Art zu zu denken unser Maßstab ist, schließen wir uns am besten wieder der Katholischen Kirche an und versuchen, sie – gleich einem Martin Luther – von innen zu reformieren.
            Reformieren kann man aber nur, was vorher deformiert war. Einen anderen Jesus kann man jedoch nicht geradebiegen, sondern nur austauschen, bzw. erneuern. Je klarer wir in der Nachfolge sind, umso deutlicher können wir anderen Menschen den Weg weisen. Bitte denken Sie darüber nach.

            Danke für diese interessante Konversation.

            Herzliche Grüße vom Bodensee,
            Dieter Groß

          • Lieber Bruder Dieter Groß,

            es geht mir, und ich glaube auch den meisten anderen Christen, zu Weihnachten nicht um einen katholischen oder einen evangelischen Jesus, sondern um den Jesus Christus der Bibel, an den das Christfest erinnern soll. Deshalb stellen viele Menschen eine Krippe auf, singen Lieder, die an dieses Ereignis erinnern und lesen die Geburtsgeschichte Jesu wie sie uns von dem Evangelisten Lukas überliefert wurde.

            Weihnachten ist ein schlechtes Beispiel um die Reformen Luthers zu erläutern, weil Luther sich nie gegen dieses Fest äußerte. Im Gegenteil, er führte das Christkind als Gabenbringer ein, verlegte die Übergabe der Geschenke vom Nikolaustag auf die Weihnachtstage und empfahl ganz allgemein Weihnachten zu feiern. Auch die pietistischen Väter der evangelischen Erweckungsbewegung feierten Weihnachten ohne geistliche oder theologische Probleme. Wie schon erwähnt, kam die Kritik an Weihnachten ursprünglich nicht von christlicher Seite, sondern von romantischen Philosophen und nationalistischen Denkern.

            Mit herzlichen Grüßen
            Michael Kotsch