11. Dezember 2017

Kirche kritisiert „Weihnachten im Schuhkarton“

(AG WELT) In einem Mitte Oktober ausgestrahlten Beitrag des rbb (Rundfunk Berlin-Brandenburg) kritisiert die Beauftragte vom Berliner Missionswerk und für den kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Cornelia Schattat, die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die vom christlichen Hilfswerk „Geschenke der Hoffnung“ organisiert wird.

Schattat bezweifelt, dass dieses Geschenk bei den Kindern wirklich ankommt. In anderen Ländern sei dieses individuelle Spielzeug unter Umständen gar nicht Tradition, so Schattat. Das Kind in einem anderen Land könne mit einem solchen Geschenk vielleicht gar nichts anfangen.

Zwischendurch moderiert der rbb, dass der deutsche Träger von „Weihnachten im Schuhkarton“ eng mit dem us-evangelikalen Hilfswerk Samaritan’s Purse zusammenarbeitet. Der Vorsitzende sei Franklin Graham, Sohn des berühmten Evangelisten Billy Graham. Wörtlich gibt der rbb zu bedenken:

„Sohn Franklin fiel in den letzten Jahren durch antiislamische Äußerungen auf. Auch die evangelikalen Missions-Aktivitäten von „Samaritan’s Purse“ in islamischen Ländern sind umstritten… Schon vor Jahren kam Kritik auf, dass „Weihnachten im Schuhkarton“ ohne Wissen der Spender heimlich christliches Missionsmaterial hineinlegen würde.“

Die Projektleiterin Diana Molnar, so rbb, habe zugegeben, dass die Kirchengemeinden vor Ort zu den Geschenken „schon mal christliches Erbauungsmaterial in der jeweiligen Landessprache“ verteilen würden.

Schattat meint dazu, dass das eine verdeckte „Mission im Schuhkarton“ sei. Weiter Schattat im O-Ton:

„Früher haben wir dazu Reischristentum gesagt: wenn du zum Gottesdienst kommst, dann kriegst du dann was zu essen. Und damit lockt man mit dem Geschenk die Leute zu einer erbaulichen Veranstaltung, die sie vielleicht gar nicht wollen. Ich bin sehr erstaunt angesichts des geringen Bewußtseins, was mit Weihnachten im Schuhkarton passiert, dass so viele Männer und Frauen so viele ehrenamtliche Arbeit investieren um diese Schachteln zusammenzutragen. Die Kirchengemeinden stellen ihre Räume zur Verfügung. Und wenn Brot für die Welt eine Anfrage stellt, dann ist vielleicht kein Geld mehr da, denn wir haben ja schon für Weihnachten im Schuhkarton unser Geld gegeben.“

Sogleich bringt der rbb einen Alternativvorschlag: „Weltweit Wichteln“, das von landeskirchlichen Missionswerken getragen werden könne. Dort wolle man „keinen einseitigen Geschenketransfer nach dem Zufallsprinzip, sondern Ziel sei hier vor allem das gegenseitige Kennenlernen von Kindern und Jugendlichen zwischen den Kontinenten. Spender sollten also genau prüfen, wen sie unterstützen.“

Anm. d. Red.: Ob es sich bei der rbb-Sendung um gesteuerte Medien-Manipulation, um schlechte Kirchenkritik oder um beides zusammen handelt, darf der aufmerksame Hörer bzw. Leser selbst entscheiden.
Das Hilfswerk „Geschenke der Hoffnung“ erreichen Sie über www.geschenke-der-hoffnung.org oder per Telefon: 030 76883-300.
Frau Schattat vom Berliner Missionswerk ist zu erreichen über Tel. 030 24344-188 oder E-Mail: c.schattat@ekbo.de. Im Berliner Missionswerk gehört sie der Leitung an und verantwortet den Themenkomplex Gerechtigkeit, Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit sowie das Referat Kuba. Außerdem engagiert sie sich beim Deutschen Komitee des Weltgebetstags der Frauen und beim Evangelischen Missionswerk in Südwestdeutschland.

Noch eine Ergänzung: rbb hat dennoch einen guten Dienst getan und darauf hingewiesen, dass man noch bis Mitte November (!) Päckchen für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ abgeben kann.
Übrigens: Das ziegelrote Gebäude des Berliner Missionswerkes trägt die Aufschrift: „Gehet hin und lehret alle Heiden und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Kommentare

  1. ‎“In anderen Ländern sei dieses individuelle Spielzeug unter Umständen gar nicht Tradition, so Schattat. Das Kind in einem anderen Land könne mit einem solchen Geschenk vielleicht gar nichts anfangen.“ –

    Ich habe den Eindruck, dass sie krampfhaft nach Begründungen sucht, um diese Sache mieszumachen. Ich kenne kein Land, in dem Kinder leben, bei denen Geschenke nicht ankommen. Sie sollte mal die vielen Organisationen fragen, die Kinderpatenschaften vermitteln, ob die den Paten verbieten, die Kinder zu beschenken, weil sie es nicht gewohnt sind. Und dass die Kinder womöglich noch evangelistische Heftchen bekommen und / oder mit ihren Eltern zum Gottesdienst eingeladen werden, ist natürlich das allerschlimmste. Da spendet man wirklich besser an die konkordatskirchliche Organisation „Brot für die Welt“, denn da kann man sicher sein, dass Mission nicht stattfindet!