23. August 2017

Yoga-Meister Sri Sri Ravi Shankar in Berlin

YOGA-Guru Sri Sri Ravi Shankar - Foto: Dieter Schmidt

YOGA-Guru Sri Sri Ravi Shankar - Foto: Dieter Schmidt

(AG WELT)
„Am Sonnabend und Sonntag ist das Olympiastadion die größte Yoga-Schule der Welt!“

So beginnt eine Nachrichtenmeldung im BERLINER KURIER. Der 55 jährige Inder und Super-Guru Sri Sri Shankar erwarte in Berlin 70.000 Besucher beim sogenannten „World Culture Festival“.

Wie die Redaktion der Zeitung schreibt, stamme Sri Sri („heilig, glücklich“) aus Bangalore und gelte als einer der wichtigsten Inder. Vor 30 Jahren habe er die „Art of Living Foundation“ gegründet, die 5,6 Millionen Menschen mit Meditations-Workshops unterstütze. Armen helfe er kostenlos, von Reichen nehme Sri Sri viel Geld fürs Training.

Dem KURIER gab Sri Sri Shankar ein Interview und erklärte „die Kunst der tiefen Glücks-Entspannung“. Innerer Frieden sei nur zu finden, wenn sich der Mensch von Stress, Maßlosigkeit und Geldgier befreie und auf Harmonie und Frieden setze. Sri Shankar „predige eine besondere Art des Atmens“, das „die Verbindung der inneren Welt in uns und der Welt außerhalb unserer Körper“ darstelle. Diese Atemtechnik könne, so der YOGA-Guru, nach vier Tagen Training jeder lernen.

YOGA von Kindesbeinen an

Bereits mit 4 Jahren (siehe wikipedia.de) habe Ravi Shankar die „Bhagavat Gita“ (eine der zentralen Schriften des Hinduismus) rezitiert und sei in Meditation versunken. 1973, im Alter von 17 Jahren, habe er Prüfungen in vedischer Literatur und Physik abgelegt. Aufgrund eigener „Erleuchtungserlebnisse“ und nach dem er zehn Tage im Schweigen gewesen sei, habe er den Kurs „Die Kunst des Atmens“ („Sudarshana Kriya“) zu lehren begonnen. 1982 habe Ravi Shankar die „Art of Living Foundation“, eine Nicht-Regierungsorganisation (mit spziellem konsultativen Status bei den Vereinten Nationen) gegründet und 1997 die „International Association for Human Values“ (IAHV) in Genf, in der Schweiz.

Der Hinduismus ist wie ein großer Ozean

Der Hinduismus ist eine Religion, in der mehr als 330 Millionen Götter verehrt werden. In Deutschland gibt es etwa 97.500 Anhänger und inzwischen acht große Hindu-Tempel. “Hindu” ist ein persisches Wort für Inder. Die Inder selbst bezeichnen ihren Glauben „Sanatana Dharma“, was so viel wie “ewiges Gesetz” oder auch “ewige Lehre” heißt.

Der Hinduismus ist wie ein großer Ozean, der alles aufnimmt. Was der eine Hindu glaubt, muss der andere noch lange nicht glauben. Dieser große hinduistische Ozean wird niemals irgendein Wasser ablehnen, was ihm zufließt. Der Hinduismus umarmt alles. Bis heute ist der Hinduismus, ähnlich wie der Buddhismus, vom ewigen Rad der Wiedergeburten („Inkarnation“) geprägt. Dieser Prozess soll die menschliche Seele reinigen und sich dann im kosmischen Sein („Brahman“) auflösen. Für Hindus ist die sichtbare Welt eine Illusion.

Meditation bis zur Leereung des Verstandes

Yoga zählt zu den Denksystemen im Hinduismus und ist ein Instrumentarium zur Meditation, Besinnung und Konzentration mit dem Ziel, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg, den er für passend hält, wählen kann. Über rechte Sitzhaltung und Atmungstechnik macht der Mensch eine Reise durch die Welt der eigenen Emotionen. Wird dabei noch das heilige Wort OM (AUM) ausgesprochen, soll das den Gefühlshaushalt reinigen, Klarheit und Selbstvertrauen schaffen.

Das OM ist der heiligste Laut im hinduistischen Gebet. Aus dem OM soll nach hinduistischem Glauben das ganze Universum entstanden sein. Doch auch ohne dieses OM konzentriert sich der YOGA-Ausübende nur noch auf einen Gedanken, bis zur völligen Entleerung des Verstandes. Dieser halbbewusste Zustand ist die Vorstufe der Trance (Schwebezustand), in dem der Mensch die Einheit mit den Göttern im Kosmos suchen kann.

YOGA mit christlichem Glauben unvereinbar

In ganz normalen Fitnessstudios in Stadt und Land schießen Yoga-Kurse wie Pilze aus dem Boden. Yoga wird als ein Weg zur Entspannung, Selbstheilung und Steigerung vitaler Kräfte angepriesen.

Der religiöse Hintergrund des hinduistischen Yoga-Konzeptes bleibt für viele unterbelichtet. Keine einzige Yoga-Form, nicht einmal die rein gymnastischen Übungen sind unabhängig von dieser religiösen Philosophie. Jede Verharmlosung fernöstlicher Meditationspraktiken ist nicht nur falsch, sondern auch gefährlich. Der unbedarfte Teilnehmer an YOGA-Kursen kann mit der Tiefenpsychologie einer fernöstlichen Religion in Berührung kommen, die vielleicht unbeabsichtigt aber dennoch erheblich Einfluss auf sein Leben haben kann.

Fernöstliche religiöse Praktiken, wie sie im YOGA zu finden sind, stehen im Widerspruch zum christlichen Glauben. Für Christen ist allein Jesus Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben. So spricht Jesus Christus im Matthäusevangelium (11, 28-30): „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“

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