22. Juli 2017

Tausende Buddhisten treffen sich im Allgäu

Foto: Gerd Altmann/photoshopgraphics.com  / pixelio.de

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(AG WELT) Etwa 3000 Buddhisten aus mehr als 40 Ländern werden in Immenstadt im Allgäu erwartet. Vom 2. bis 14. August treffen sich die hauptsächlich aus Zentral- und Osteuropa, aber auch aus Russland, Südamerika und den USA anreisenden Gläubigen zum 19.Internationalen Sommerkurs des „Buddhistischen Dachverbands Diamantweg (BDD) e.V.“

Buddhisten berufen sich auf die Lehren des nordindischen Religionsgründers Siddhartha Gautama. Er habe nach einem Weg gesucht, der ihn aus allem Leiden wie Altern, Krankheit, Schmerz und Tod befreien sollte. Zuerst lebte er in strenger Askese nahe dem Hungertod. Da auch das nicht half, sei er als Bettelmönch umhergezogen und soll mit 35 Jahren unter einem Bodhi-Baum (Pappelfeige) im Wildpark Isipatana ein Erwachen (Erleuchtung) erlangt haben. So sei er zum Buddha (Erwachter) geworden. Seine erste Predigt soll er vor fünf Asketen (Mitglieder der ersten buddhistischen Mönchsgemeinschaft) gehalten haben.

Zum Sommerkurs der Buddhisten soll es neben Vorträgen auch Kurse zur Anleitung des „Phowa“ (Bewusstes Sterben) geben. Nach dieser tibetischen Methode soll sich der Buddhist mitten im Leben auf den Todenszeitpunkt einstimmen.

Der in Dänemark geborene Lama Ole Nydahl wird dem Veranstaltungsprogramm zufolge zu den Grundlagen des „Diamantweg-Buddhismus“ und dessen Entwicklung in Europa sprechen. Er ist eine speziell auf den „Westen“ zugeschnittene buddhistische Gemeinschaft. Allein im deutschsprachigen Raum hat der buddhistische Guru nach eigenen Angaben 150 Meditationszentren gegründet, die regelmäßig von etwa 20.000 Menschen besucht werden. Weltweit sollen es davon mehr als 600 Zentren geben.

Die Religionsausübung beinhaltet, dass von allen Meditierenden der Lehrer als erleuchtet und untrennbar von der Yidam-Gottheit angesehen wird. Der praktizierende Buddhist soll dadurch die ihm innewohnende „erleuchtete Natur“ wachrufen. Der Gläubige muss über ständiges Meditieren versuchen, sich ein besseres Karma (durch gute Werke in eine höhere Stufe gelangen) anzueignen, um im Samsara (Leidenskreislauf aus immer wiederkehrender Geburt, Altern, Krankheit, Tod) als höheres Wesen hervorzugehen. Die letzte Stufe der Höherentwicklung ist dann die Auflösung im Nirvana (Nichts).

Im Gegensatz zum Christen, für dessen Sünde (Trennung von Gott) Jesus Christus am Kreuz gestorben, auferstanden ist und lebt, und er ein ewiges Leben bei Gott erwarten darf, muss der Buddhist versuchen, über unsägliche Anstrengungen zur vollständigen Auslöschung zu gelangen. Der Buddhismus wird deshalb auch als „Selbsterlösungs-Religion“ bezeichnet.