23. August 2017

Jehovas Zeugen: „Die ganze Erde bald ein Paradies…“

Einladungsflyer der Zeugen Jehovas - Foto: Thomas Schneider

Einladungsflyer der Zeugen Jehovas - Foto: Thomas Schneider

(AG WELT) Seit einigen Wochen sind sie häufiger als sonst in Städten und Gemeinden anzutreffen: die „Zeugen Jehovas“. Sie laden zu einem dreitägigen Kongress in verschiedene Regionen Deutschlands und nach Luxemburg ein. Und sie versprechen den Menschen: „Sie werden erfahren, wie die ganze Erde bald ein Paradies wird und was man tun muss, um das mitzuerleben“.

Das gesamte Programm sei öffentlich, der Eintritt frei, es gebe keine Kollekte. Mit der Frage „WIRD DER MENSCH DIE ERDE ZERSTÖREN?“, laden die Organisatoren „besorgte Menschen“ ein, die im Blick auf „Gewalt und Unmoral, globale Erwärmung, Ölpest und andere Umweltkatastrophen“ nach Antworten suchen.

In noch neun von insgesamt 14 Kongressen wollen Jehovas Zeugen mit dem Motto „Gottes Königreich komme!“ damit begeistern, dass „die ganze Erde bald ein Paradies“ sein wird. Sie wollen glaubhaft erklären, was „Gottes Königreich“ ist, wann es kommt und was sich ändern wird.

Auf ihrem Einladungsflyer verraten sie schon, dass die Antwort auf die Fragen ein „Traum“ gebe, „der vor mehr als 2500 Jahren von dem Propheten Daniel aufgezeichnet wurde“. Dieser Traum werde sich, so die Lehre der Glaubensgemeinschaft, „auf alles Leben auf der Erde auswirken, auch auf Sie und Ihre Angehörigen“. Ein biblisches Hörspiel, ein neuzeitliches Drama und ein biblisches Kostümdrama sollen das Gesagte veranschaulichen.

Nun stehen ab 22. Juli noch Dresden, 2x Glauchau, Frankfurt, Hannover, Stuttgart, Friedrichshafen, Nürnberg und Luxemburg auf dem Programm, jeweils von Freitag bis Sonntag mit insgesamt sechs Kongress-Einzelveranstaltungen.

Die Lehre der Zeugen Jehovas sagt aus, dass die Überlebenden der Endzeit, die sie als „große Volksmenge“ bezeichnen, auf der „befriedeten Erde“ miterleben, wie sich die Erde in ein Paradies verwandeln und der Mensch in einem Prozess von der Sünde geheilt würde. Die Menschen selbst seien am Geschehen aktiv Beteiligte.

In den meisten Bundeländern sind die Zeugen Jevovas, trotz Warnungen von Sektenexperten, inzwischen als Religionsgemeinschaft anerkannt. Als Körperschaft Öffentlichen Rechts können sie Religionsunterricht in Schulen geben oder Kirchensteuern erheben. Sie feiern weder Weihnachten noch einen Geburtstag, operieren mit dem Faktor Angst und ausschließlich den eigenen Anhängern wird ein Leben im Paradies versprochen. Die „Zeugen“ verweigern sich einer Mitwirkung in der Gesellschaft und lehnen Bluttransfusionen auch in lebensbedrohlichen Situationen ab.

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