19. Oktober 2017

Walpurgisnacht: „Hexen und Teufel“ kommen in den Harz

Quelle: idea.de

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Wernigerode (idea) – Rund 150.000 „Hexen und Teufel“ werden zu den Walpurgisfeiern im Harz erwartet. So viele Besucher würden aus dem ganzen Bundesgebiet „einfliegen“, berichten die „Brockentipps“ (Wernigerode).

 

Der Legende nach sollen am 30. April „Hexen“ auf dem Blocksberg (Brocken) ein großes Fest abhalten und auf die Ankunft des Teufels warten, um sich mit diesem zu vermählen. Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hat das Fest in seinem „Faust“ ausführlich beschrieben – als eine „Nacht der Vertreibung der Winter-Dämonen“. Heute werben Internetseiten und Touristeninformationen mit Hexen- und Teufelsbildern für die Veranstaltung. In Zorge gibt es „Spiel und Spaß mit Teufel Luzifer“, in Altenau einen spannenden Auftritt des „Oberteufels“, in Thale wartet ein „Hexentanzplatz“ auf die Besucher, und in Goslar sei der Marktplatz mystisch dekoriert. „Die ausgefeilte Mischung aus Brauchtum, Magie und Erotik ist scheinbar für alle Altersgruppen faszinierend“, heißt es dazu auf der Internetseite von Harzlife.de. Viele Zimmervermieter stellen mannshohe Hexenpuppen mit grimmig entstellten Gesichtern in ihren Vorgärten auf.

„Für Jesus“ statt „gegen Hexen“

Während evangelikale Gruppierungen in den Vorjahren öffentlich scharfe Kritik an den Walpurgisfeiern geübt hatten – nach dem Motto „Mit dem Teufel ist nicht zu spaßen“ – haben sie sich in diesem Jahr mit einem Gebetsmarsch nur indirekt gegen diese Form des Brauchtums gewandt. Ein Gebets- und Bekenntnismarsch in Braunlage am 18. April zählte 150 Teilnehmer. Man wolle „für Jesus“ werben, nicht aber „gegen Hexen und Teufel, für die wir Christen nichts übrig haben“, meinte Pfarrer Stefan Gresing (Braunlage). Dennoch wollen einige Christen die Walpurgisfeiern nutzen, um dabei auch auf die okkulten Hintergründe aufmerksam zu machen. Ein aus Hamburg angereister Evangelikaler hat aus dem Grund 20 Kilogramm christliche Schriften eingepackt. Jetzt ist er in Sorge, dass dies „viel zu wenig“ sei.