22. August 2017

Kritik an Wahrsagerei im Einkaufszentrum

Quelle: idea.de

Kunden können sich im Allee-Center Essen kostenlos aus der Hand lesen lassen. Foto: PR

Kunden können sich im Allee-Center Essen kostenlos aus der Hand lesen lassen. Foto: PR

Essen (idea) – Die Zukunft kann man sich in einem Essener Einkaufszentrum kostenlos vorhersagen lassen. Dieses Angebot stößt bei Christen auf Kritik. Vom 4. bis 9. Januar liest eine Wahrsagerin Kunden des Allee-Centers im Stadtteil Altenessen aus der Hand.

 

An derselben Stelle, wo ein Wahrsager-Zelt steht, erinnerten vor kurzem noch Bühnendarbietungen an die Geburt Jesu Christi. Der Pressesprecher des evangelischen Kirchenkreises Essen, Stefan Koppelmann, reagierte auf idea-Anfrage mit Unverständnis auf die Wahrsage-Aktion. Man müsse vermuten, dass es dem Management völlig gleichgültig sei, um welche religiösen Rituale es gehe, solange sie sich für kommerzielle Zwecke ausnutzen ließen: „Heute Christentum, morgen Wahrsagen, heute die gute Nachricht der Geburt Christi, morgen der schnelle Blick in die Sterne oder die Karten.“ Der Vorsitzende der Evangelischen Allianz Essen, Pastor Georg Hermann, schrieb an das Center-Management, er könne nicht nachvollziehen, dass es „zu solch verzweifelten Angeboten“ greife. Menschen freien Zugang zur Wahrsagerei zu verschaffen, stehe keinesfalls unter dem Segen Gottes: „Es wird weder Ihnen noch den Geschäftsleuten Ihres Centers einen Vorteil bringen.“ Als Alternative bot Hermann an, einen Gottesdienst oder ein Gospel-Konzert in dem Center zu arrangieren. Zudem lud er das Management zu einem Gottesdienst der Evangelischen Allianz am 10. Januar ein.

Einkaufszentrum: Wahrsagerin hat viel Zulauf

Die Center-Managerin Andrea Schwenke zeigte sich über die öffentliche Kritik irritiert. Die Nachfrage nach dem Wahrsage-Angebot sei sehr groß. Zu der Wahrsagerin kämen viele Menschen mit großen Problemen und erhielten durch sie neue Hoffnung. Die bereits seit einigen Jahren stattfindende Aktion werde nicht abgesetzt, da viele Kunden schon im Dezember danach fragten, ob und wann es das Angebot wieder gebe.

[Anmerkung der Redaktion AG WELT: Eine Meldung muss nicht in jedem Fall mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.]