22. August 2017

Pfarrer Fliege lädt beste Heiler Deutschlands ein

worishofen(AG WELT) Wie PresseEcho.de meldet, will der frühere Fernsehpfarrer Jürgen Fliege (Tutzing/Starnberger See) „mit den besten Heilern Deutschlands und vielen prominenten Referenten“ vom 29. Oktober bis 1. November den „1. Wörishofener Herbst“ veranstalten.

 

„Fest für Gottsucher“ mit Heilungsexperten

Wie Fliege gegenüber PresseEcho sagte, soll es ein großes Fest für Menschen mit Tiefgang, Gottsucher, Glückssucher, Pilger, Spirituelle“ sein, für „Menschen, die lernen und feiern wollen“. Als „Glücksbotschafter“ sollen in Bad Wörishofen u.a. dabei sein: „Dr. Eckart v. Hirschhausen, Marie-Luise Marjan, Peter Horton, Katja Ebstein, Barbara Rütting, Ron Williams, Mechthild Seitz. Die Ärzte, Lehrer, Therapeuten, Heiler und Schamanen: Dr. Rüdiger Dahlke, Eva-Maria und Wolfram Zurhorst, Eva Aschenbrenner, Clemens Cuby, Dr. Wolf Dieter Storl, Iris Greiner, Andrea Kalff . Die Theologen und Publizisten Dr. Franz Alt, Prof. Dr. Fulbert Steffensky, Bischöfin Susanne Breit Kessler und viele mehr.“

Fliege: „Ich bin eine Art Schuhlöffel…“

Der Zuspruch sei enorm. Es gäbe einen „Hunger nach erfahrbarer Religion“. Auf seiner Hoempage gibt Fliege zum „Wörishöfener Herbst“ ein Interview. Es sei ein Fest für Körper, Seele und Geist. Er selbst sagt über sich: „Ich bin eine Art Schuhlöffel. Ich versuche den Menschen dabei behilflich zu sein, dass sie in ihre von Gott maßgeschneiderten Schuhe passen – und gehen.“ In einer Pressemitteilung teilt Fliege mit, dass es „gar nicht genug Ereignisse, Konferenzen und Kongresse im Land (gibt), die sich dem Sinn desLebens widmen, wie man glücklich wird, wie man Leiden in sein Leben integriert und interpretiert.

…dass die verstorbenen einen im Leben begleiten

Nach eigenen Angaben habe Fliege die Veranstaltung bewusst auf den Reformationstag, Allerheiligen und Halloween gelegt. Diese alten Feste zwischen Licht und Dunkelheit seien schon immer gut gewesen für eine Begegnung mit den unsichtbaren Kräften und der Mensch bekäme ein Gespür dafür, dass die Verstorbenen ihn im Leben begleiten würden.

Die Botschaft vom Kreuz: Ein „Horrorangebot“

Unter dem Leitsatz „Ich bin nicht geboren die Kirchen zu reformieren“ will der 60jährige rheinländische Pfarrer den Menschen die „besten Heiler Deutschlands“ präsentieren. Fliege ist wegen seiner Äußerungen zu zentralen Glaubensinhalten umstritten. So setzt er darauf, dass Christen auf das Wort „Gott“ besser verzichten und sich stattdessen um andere Bezeichnungen mühen sollten. Die Botschaft vom Kreuz sei für ihn und alle Menschen ein „Horrorangebot“. Die Kirchen sollten ein positiveres Bild von Jesus vermitteln und nicht ständig von seinem stellvertrenenden Leiden und Sterben sprechen.

Ein Blick zu einigen ausgewählten Referenten:

Der eingeladene Referent Dr. Eckart v. Hirschhausen schreibt auf seiner Internetseite:

„Das Ziel der Evolution war immer: Überleben… Unfälle, Krankheit, Trennung und Tod sind Teil des Lebens. Es gibt „das Böse“ auf der Welt – warum, weiß Gott oder der Geier. Und ich hoffe inständig, es sind zwei verschiedene Instanzen.“

Hirschhausen wird als „das Medienphänomen“ gehandelt. Der „Glückdoktor“ und Kabarettist ist Dauergast im Fernsehen und im Radio.
Der österreichische Sänger, Musiker und Buchautor Peter Horton verbindet seinen Kunstbegriff mit der Seele und dem Menschsein. Erklärtes Ziel sei, mit Musik und Wort die ästhetische Sinnlichkeit, Spiritualität und Lebensenergie zu stärken. Sein ganzheitliches Unterhaltungskonzept umschreibt Horton mit dem Begriff „Philotainment“.
Dr. Rüdiger Dahlke ist Arzt, Psychotherapeut und auf dem Gebiet der Esoterik tätig und vertritt die Ansicht,

„dass der Mensch im Laufe seines Lebens sich immer tiefer ins Kranksein hineinentwickelt, dass durch den Tod seinen krönenden Abschluss findet. Das Ziel des körperlichen Teils ist das mineralische Dasein“ (Dethlefsen, Dahlke; S. 83).

Das Motto von Eva-Maria und Wolfram Zurhorst lautet: „Liebe dich selbst und freu dich auf die nächste Krise“ (Buch: Arkana-Verlag).
Clemens Cuby ist Filmemacher, Referent und Autor vieler Bücher. Seine Vision:

„Kein Heiler, kein Guru, kein Hellseher, kein Pfarrer, kein Arzt, kein Papst, kein Sai Baba, kein Dalai Lama, kein Jesus, keine Maria kann einem besser helfen, als die eigene Seele“.

Dr. Wolf Dieter Storl, deutsch-amerikanischer Kulturanthropologe, schreibt Bücher wie „Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor“, „Pflanzen der Kelten – Heilkunde, Pflanzenzauber, Baumkalender“ oder „Bom Shiva – Der ekstatische Gott des Ganjas“.
Andrea Kalff ist Geschäftsführerin im Bereich Alternative Medizin und Botschafterin des koreanischen Schamanismus.

Der Journalist Franz Alt ist Mitglied im Magischen Zirkel von Deutschland. Theologen und Bibelwissenschaftler kritisierten Alts einseitiges Jesusbild, das nur eine wohlfeile Projektion aktueller ideologischer Vorstellungen sei: der pazifistische Jesus, der ökologische Jesus, der feministische Jesus.

Bischöfin Susanne Breit Kessler ist Oberkirchenrätin und Regionalbischöfin für München und Oberbayern und „Ständige Vertreterin“ des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Mit ihrer CD „Spurensuche [mensch]“ will sie „einen liebevollen Dialog… von Mensch zu Mensch“ aufbauen.

[Anmerkung der Redaktion AG WELT: Eine Nachricht ist die Mitteilung über ein Ereignis und muss nicht in jedem Fall mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.]