15. Dezember 2017

Katholiken gemeinsam mit Muslime

Forum Deutscher Katholiken e.V.

Forum Deutscher Katholiken e.V.

(AG WELT) Das „Forum Deutscher Katholiken“, das sich in besonderer Weise zur unverfälschten Lehre der katholischen Kirche bekennt und sich dem Papst verpflichtet sieht, will „die Kultur des Todes“ bekämpfen. Die Stärke des Islam sei nicht die gefährlichste Bedrohung Europas. Allein die „systematische Verdrängung des christlichen Glaubens aus der Politik und dem öffentlichen Leben“ führe „zu einer geistigen Immunschwäche Europas“.

Die Mitglieder der katholischen Kirche und des Islam müssten sich, so die Verlautbarung einer am 12. September mit nur wenigen Gegenstimmen in Aschaffenburg verabschiedeten Resolution, gemeinsam den „zahlreichen Herausforderungen stellen, die eine gottferne Zeit uns aufgibt“. Dazu zählten eine internationale Geburtenkontrolle genau so wie Abtreibung und die Ideologie des Gendermainstreaming. Das im Jahr 2000 gegründete Forum „papst- und kirchentreuer“ Katholiken betrachtet die Ausbreitung des Islam als „positive Provokation“ für Christen. Muslime hätten in Deutschland das gleiche Recht auf Religionsausübung wie Christen in islamischen Ländern.

 
Fremde schützen

Unter dem Motto „Mit einer starken Kirche die Gesellschaft erneuern“ sprachen sich die etwa 1000 Teilnehmer des neunten Kongress „Freude am Glauben“ für das Recht auf uneingeschränkten Religionswechsel und für das Recht der freien Religionsausübung der Muslime in Deutschland aus. „Bedrohte Konvertiten aus dem Islam müssen vor Abschiebung bewahrt werden. […] Es ist ein biblisches Gebot, Fremde zu schützen, gleich welchen Glaubens sie sind.“ Es brauche die Bereitschaft zum gegenseitigen Verständnis, ohne „alle Verschiedenheiten für unwesentlich zu erklären und alle Unterschiede zu verharmlosen.“
 

Recht verstandene Toleranz

In der Islam-Deklaration heißt es auch:

In vielen islamischen Ländern stellt die zunehmende Radikalisierung des Islam dagegen eine existenzielle Bedrohung der Christen dar. Daher müssen wir in einen Dialog treten und auf die Muslime zugehen. Anstelle eines medienwirksam inszenierten Dialogs müssen wir in ein Gespräch auf menschlicher Ebene eintreten. Für jeden wahrhaftigen Dialog ist der Respekt der Gesprächspartner voreinander und eine recht verstandene Toleranz eine unbedingte Voraussetzung. […] Das heißt freilich nicht, alle Verschiedenheiten für unwesentlich zu erklären und alle Unterschiede zu verharmlosen. Muslime haben das Recht, echte Christen kennen zu lernen.“

Förderung des katholischen Glaubens

Das „Forum Deutscher Katholiken“ will nach eigenen Angaben „Katholiken unterschiedlicher Spiritualität und geistlicher Ausrichtung in katholischer Weite in einem lockeren Verband zusammenschließen; denn ein Neubeginn braucht auch eine organisatorische Stütze.“ Das Ziel des katholischen Forums ist „die Förderung der Verkündigung des katholischen Glaubens nach der Lehre der Kirche, entsprechend dem Katechismus der Katholischen Kirche (Weltkatechismus/KKK)“. Vorsitzender, Sprecher und zugleich Initiator des „Forums Deutscher Katholiken e.V.“ ist Prof. Dr. Hubert Gindert. Der 1933 geborene Katholik ist Chefredakteur der kostenlosen katholischen Monatszeitschrift „Der Fels“.
 

[Anmerkung der Redaktion AG WELT: Eine Nachricht ist die Mitteilung über ein Ereignis und muss nicht in jedem Fall mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.]