18. Oktober 2017

Programmbeschwerde an den Fernsehrat des ZDF

frontal21Unter dem Titel „Sterben für Jesus – Missionieren als Abenteuer“ waren am 4.August im ZDF-Magazin „Frontal 21“ Missionare mit islamistischen Selbstmordattentätern verglichen worden. Hintergrund des Beitrags war die Ermordung von zwei Studentinnen der Bibelschule Brake und einer Südkoreanerin Mitte Juni im Jemen. Sie hatten dort ein Krankenhaus-Praktikum absolviert.

Die Arbeitsgemeinschaft für Weltanschauungsfragen hat beim Fernsehrat des ZDF Programmbeschwerde eingereicht:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Entsetzen haben wir Ihre Frotal21-Sendung vom 4.August 2009 gesehen und reichen gegen den Beitrag der Sendung „Sterben für Jesus – Missionieren als Abenteuer“ Programmbeschwerde ein.

Begründung:

1. Christen, die den Auftrag haben, Menschen das Evangelium von Jesus Christus zu bringen, werden auf eine Stufe mit Drogenabhängigen und Komasäufern gestellt.

2. Missionswerke werden verurteilt, weil „sie den rechten Glauben vor allem in solchen Weltgegenden verbreiten (wollen), die sie als unerreicht beschreiben, unerreicht von der Lehre Jesu“.

3. Drei Mädchen auf dem Gelände der Bibelschule Brake wird die Frage gestellt: „Hm, Sie sind bereit, für so `ne, für die Mission das Leben zu geben?“ Mit dem Wort „so` ne“ werden die jungen Christinnen für ihre offene und ehrliche Positionsbeschreibung auf unverschämte Weise verunglimpft und lächerlich gemacht.

4. Im Haus der Arbeitsgemeinschaft evangelikaler Missionen in Korntal wird mit versteckter Kamera gedreht. Damit begibt sich das ZDF auf eine Ebene, die zutiefst unseriös ist und mit dem Unrechtshandeln des damaligen DDR-Staatssicherheitsdienstes verglichen werden kann. Menschen werden zensiert und diffamiert.

5. Die private Meinung von Oliver Möller entspricht nicht den Grundsätzen von Caritas International. Dort heißt es: „Es ist der ausdrückliche Auftrag der Caritas, Solidarität und soziale Gerechtigkeit in der Welt zu verbreiten. Christliche Überzeugung und Tradition – darin wurzelt unsere Motivation ebenso wie in der kirchlichen Soziallehre.“ – Zur christlichen Überzeugung gehört unabdingbar die Mission. Jeder Christ ist zum Bekenntnis gerufen.

6. Im Beitrag heißt es: „und bringt auch deren Mitarbeiter in Gefahr. Doch das scheint christliche Eiferer nicht zu stören.“ Bekennenden Christen wird unterstellt, sie würden Mitarbeiter von Hilfsorganisationen gefährden.

7. Bei Jugend mit einer Mission werden mit versteckter Kamera Aufnahmen gemacht. Auch hier begibt sich das ZDF auf eine Ebene der unseriösen Ausspionierung (siehe 4.)

8. Der Auftrag zur Mission, den Christen aus ihrer Berufung heraus wahrnehmen, wird ihnen zum Vorwurf gemacht. Christen werden für ihre Selbstverständlichkeit, sich freiwillig für den Glauben an Jesus Christus in Gefahr zu begeben und die missionarische Ausbildung finanziell zu unterstützen, zutiefst beleidigt.

9. Bekennende Christen werden – während ein Video mit bewaffneten Islamisten eingespielt wird – mit den gewaltbereiten Verbrechern auf eine Stufe gestellt. Die Mission, die Verbreitung des Evangeliums von Jesus Christus in der Welt, wird im Beitrag mit den Worten „evangelikaler Fundamentalismus“ verurteilt. Menschen, die anderen Menschen die frohe Botschaft des biblischen Evangeliums bringen, wird angelastet, sie würden „den Fundamentalisten der anderen Seite Argumente gegen den verlogenen Westen“ liefern. Shelter Now -Mitarbeiter werden im Beitrag wie Verbrecher hingestellt, weil sie Bibeln verteilt und ein „Jesus-Video“ gezeigt haben. Die biblische Botschaft ist nicht „verlogen“ sondern die Wahrheit, an die Christen glauben.

10. Der Kommentar im Beitrag: „Für Gott als Märtyrer zu sterben hat eine lange unheilige Tradition“, beleidigt alle bekennenden Christen in unbeschreiblichen Maß, aber im Besonderen alle Christen, die in Nordkorea und anderen Ländern dieser Welt wegen ihres Glaubens an den Gott der Bibel verfolgt, gedemütigt, gefoltert und getötet werden.
Auch Dietrich Bonhoeffer ist, wie so viele bekennende Christen, als Märtyrer für seinen
Glauben an Jesus Christus in den Tod gegangen.
Die Aussage im Beitrag: „Auf dem Missionarsfriedhof in Korntal liegen jene, die den
Evangelikalen noch heute als Vorbild dienen“, ist nicht nur falsch, sondern zeigt offen
großen Hohn, Spott und Hass gegen Christen.

11. Auch die abschließenden Worte von Hilke Petersen: „Bereit sein für Gott zu sterben. Das klingt vertraut bei islamischen Fundamentalisten. Doch auch für radikale Christen scheint das zu gelten“, suggeriert die Gleichstellung bekennender Christen mit islamischen Fundamentalisten. Diese Darstellung verletzt die Herzen und Seelen aller Christen in Deutschland, die ihren Glauben nach der Heiligen Schrift leben und an Jesus Christus glauben, der sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

Es ist fatal, dass wir beim ZDF, einem deutschen öffentlich-rechtlichen Sender, bei dem auch bekennende Christen ihren Dienst tun, Programmbeschwerde einlegen müssen. Aber das ist unser Recht und unsere Pflicht, nicht um unser selbst willen, sondern für die Wahrheit des Evangeliums von Jesus Christus. Mit medialen Verleumdungen hat die Judenverfolgung begonnen. Wehren Sie den Anfängen!

Wir erwarten eine Antwort auf unsere Programmbeschwerde und eine öffentliche Stellungnahme mit einer akzeptablen Entschuldigung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Borst
Geschäftsführer
Michael Kotsch
Vorsitzender
Thomas Schneider
stellv. Geschäftsführer

Schacht-Audorf, 11.August 2009