18. Oktober 2017

Weltuntergang 2012

PDF: Weltuntergang 2012

„2012“ ist ein US-amerikanischer Katastrophenfilm des Regisseurs Roland Emmerich aus dem Jahr 2009. Entsprechend der Vorhersagen der vorkolumbianischen Maya soll durch eine gigantische Erd-krustenverschiebung mit zahlreichen Begleit-phänomenen (Erdbeben, Vulkanausbrüche, Flutwellen) der Weltuntergang kommen. Der Film ist schon jetzt ein durchschlagender Erfolg und schürt einmal wieder End-zeitängste, zumindest bei einigen Zu-schauern.

Glaubt man dem Maya- Kalender dauert es nicht mehr lange und die Welt wird der Vergangenheit angehören. Zahlreiche ernsthafte und wohl eher komische Internet-seiten diskutieren das Problem des nahe bevorstehenden Weltuntergangs.

Doch Gott sei Dank steht die Erde trotz zahlreicher Weltuntergänge jedoch immer noch. Wenn wir der Bibel glauben, wird die Welt wie wir sie heute kennen tatsächlich einmal ihr Ende finden, allerdings erst dann wenn Gott es will, wenn die Zeit reif dafür ist, nicht wenn Spekulanten einmal wieder ihrer undifferenzierten Angst vor der Endlichkeit Ausdruck verliehen haben oder wenn skrupellose Geschäftemacher an einem neuen Endzeittrend ihr Geld verdient haben.

Bernhard von Thüringen sah den Welt-untergang für das Jahr 992 voraus, weil dann Maria Verkündigung und Karfreitag zusammenfielen. Da sich im September 1186 alle Planeten im Sternbild der Waage befänden warnte der Astronom Johannes von Toledo vor einer großen Katastrophe. In Persien wurden daraufhin Keller zu sicheren Schutzräumen ausgebaut. Die Fenster seines Palastes ließ der byzantinische Kaiser sicherheitshalber vernageln. Der Erzbischof von Canterbury rief die Engländer für ein landesweites Bußfasten auf. Doch weder ein Erdbeben, noch der Untergang der Welt ereignete sich sehr zur Erleichterung der Herrschenden im Jahr 1186.

Für das Jahr 1524 hatte der Astrologe Stöffler eine große Sintflut vorhergesagt. Nach seinen Berechnungen würden im Februar dieses Jahres Saturn, Jupiter und Mars im Himmelszeichen der Fische zu-sammentreffen und dadurch unweigerlich die Katastrophe auslösen. Eine allgemeine Niedergeschlagenheit machte sich breit. Bauern bestellten ihre Felder nicht mehr. Schuldner gönnten sich eine letzte Ver-gnügung, statt ihre Kredite zurückzuzahlen. Einige Wohlhabende zogen sich ins Gebirge zurück und begannen mit dem Bau einer zweiten Arche. Der für die Stern-deuterei offene Kurfürst Joachim befahl die Prophezeiung geheim zu halten, um keine Panik auszulösen. Als sich am betreffenden Tag dunkle Wolken aufzogen ließ er an-spannen und zog sich auf den nahe-gelegenen Kreuzberg bei Berlin zurück. Die Staatskasse und hohe Beamte wurden mitgenommen. Nach dem Abzug des Gewitters überredete die Kurfürstin Elisabeth ihren Mann zur Rückkehr, da der Weltuntergang offenbar abgesagt worden sei. Als die Sache später bekannt wurde, meldeten alle diejenigen Protest an, die man als entbehrlich zurückgelassen hatte.

Melchior Hofmann, ein Führer der Wieder-täufer meinte Jesu würde im Jahr 1533 wiederkommen. Zahlreiche seiner Anhänger verkauften oder verschenkten daraufhin ihr gesamtes Eigentum. Der Mathematiker und Theologe Michael Stifel kam durch seine Berechnungen zum gleichen Datum. Als sich seine Prophezeiung nicht erfüllte, wurde er von verärgerten Bürgern verprügelt.

In einer Schenke in Leeds (England) trat 1806 Mary Batemens auf und behauptete ihre Henne habe Eier mit der Inschrift „Christus kommt“ gelegt. Ferner habe ihr Gott offenbart, dass nach vierzehn der-artigen Eiern der Weltuntergang käme. Jeder, der dann in den Himmel wolle, könne von ihr für einen Schilling einen Zettel mit der Aufschrift „J.C.“ erwerben. Nach-dem man ihr nachweisen konnte, dass sie die betreffenden Eier selbst manipuliert hatte, wurde sie ins Gefängnis gesperrt.

Nach zweijährigem Bibelstudium kam William Miller zum Ergebnis, dass mit dem Untergang der Welt, der Wiederkunft Christi und dem Jüngsten Gericht im Jahr 1843 zu rechnen sei. Hunderttausende schlossen sich den Vorläufern der Siebenten- Tags- Adventisten an. 1842 kamen rund 15 000 Menschen zu einer achttägigen Versammlung in der Nähe des Dorfes East Kingston (New Hampshire) zusammen, um die Predigten des nunmehr Propheten genannten Millers zu hören. Alle waren überzeugt, „zwar nicht den Tag oder die Stunde, aber das Jahr der Wiederkunft Christi zu kennen“ (Mt 25,1-13). Zahlreiche Meteoriten und einen besonders hellen Kometen, die 1843 zu beobachten waren, wurden als Bestätigung des nahen Weltuntergangs gewertet. Je näher das erwartete Ende kam, je mehr machten sich Kritiker über Miller und seine Anhänger lustig. Als die Welt auch 1843 noch weitgehend unversehrt stand, geriet Miller in eine große Glaubenskrise. Wenige Monate später korrigierte Miller seine Vorhersage auf den 22.Oktober 1844. In Philadelphia war in einem Schaufenster zu lesen: „Dieses Geschäft ist zu Ehren des Königs aller Könige geschlossen, der um den 20.Oktober erscheinen wird. Freunde, seid zu seiner Krönung bereit!“ Als bis Mitternacht des betreffenden Tages kein Hinweis auf das Ende erkennbar war, breitet sich unter Millers Anhängern eine tiefe Enttäuschung aus, zahlreiche Gläubige weilten bis zum Morgengrauen.

„Die Brüder und Schwestern des Roten Todes“ erwarteten das Weltende am 13.November 1900. Sie versammelten sich im russischen Kargopol und wollten sich auf einem Scheiterhaufen opfern. Bevor die Polizei einschreiten konnte, verbrannten sich über hundert Kultanhänger. Die restlichen verließen die Sekte, nachdem der Unter-gang der Welt ausblieb.

Der renommierte Meteorologe und Seismo-loge Albert Porta prognostizierte den Weltuntergang für den 17. Dezember 1919, weil dann sechs Planeten eine Konjunktion bildeten. Viele nahmen seine Warnung ernst, einige begingen aus Angst vor dem unweigerlichen Ende Selbstmord. In Pasadena (Kalifornien) sah der Prediger Charles Long 1938 das Ende der Welt voraus. Gott habe ihm mitgeteilt, dass es am 21.9.1945 soweit sei. Seine Visionen schrieb er nieder und verschickte sie an die wichtigsten Politiker seiner Zeit. Er mietete die Stadthalle von Pasadena und forderte seine Zuhörer auf Buße zu tun und sich taufen zu lassen. Sieben Tage vor dem erwarteten Ende begannen Long und seine Anhänger zu fasten, um sich auf die Begegnung mit Gott vorzubereiten.

Der italienische Kinderarzt Elio Bianco sah das Ende der Welt für den 14.Juli 1960 voraus. Eine versehentlich gezündete amerikanische Atombombe würde dann die Erde zerstören. Seine Anhänger begannen mit dem Bau einer Arche mit 15 Zimmern, mit der man sich retten könne. Hindu Astrologen berechneten für den 2.Februar 1962 eine Konjunktion von acht Planeten, die das Ende der Welt einleiten könnten. Millionen Menschen kamen daraufhin in indischen Städten zum Beten zusammen, um „den Zorn der Götter zu besänftigen“. Der Premierminister von Burma U Nu, schenkte drei Ochsen, drei Schweine, neun Ziegen, 60 Hühner, 60 Enten und 120 Tauben die Freiheit, um „die dunklen Mächte abzuwenden“. Als nichts geschah, dankte man den Göttern, dass sie die Gebete erhört hätten.

Besonders vor der Jahrtausendwende häuften sich die Warnungen und Pro-phezeiungen vor dem nahen Weltende. So sollte Jesus 1998 wiederkommen, weil er in seiner 1998. Lebenswoche gestorben sei. Der Hellseher Criswellwarnte vor dem Jahr 1999 und die Nonne Jeanne Le Royer aus der Bretagne meinte das Ende der Welt sei im Jahr 2000 zu erwarten. Nun soll es 2012 soweit sein, wenn man den esoterischen Deutungen des Maya-Ka-lenders glauben darf. Sollte das Ende der Welt dann aber immer noch nicht kommen, warnen heute schon einige vor dem 25.April 2038, an dem der französische Astrologe Nostradamus wieder einmal die ultimative Katastrophe vorhergesehen haben soll.

Anlässlich der Hype um den erwarteten Weltuntergang im Jahr 2012 sollten Christen ruhig bleiben, gleichzeitig aber ihre Hoffnung auf die Wiederkunft Christi aber nicht vergessen: „Dein Reich komme …“ (Mt 6,10); „… komm bald Herr Jesus.“ (Offb 22,20). Menschen, die durch Prognosen des Maya- Kalenders ernsthaft verunsicherten Menschen, können Christen Trost zusprechen. Gott wird der Welt ein Ende bereiten, wann er es will und nicht wann aufgeregte Spekulanten oder findige Geschäftemacher es für opportun halten.

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Autor: Michael Kotsch
(Quelle: Zeitjournal Mai 2010)