18. Dezember 2017

Kommentar zur Rede Obamas in Kairo am 4.6.2009

von Herbert Nowitzky

Wer die Rede des amerikanischen Präsidenten Barack Hussein Obama ohne störende Beeinträchtigung durch einen Dolmetscher bei CNN mitverfolgt hat, kann sich des Charismas des Präsidenten nicht entziehen. Er spricht völlig frei und handelt wichtige Themen präzise Punkt für Punkt ab. Ein kluger Mann, der sich auch zum christlichen Glauben bekennt, der den Frieden in dieser Welt fördern will und dem es besonders am Herzen liegt, religiöse Gegensätze anzusprechen und, wenn möglich, auf friedlichem Wege zu überwinden.

Deshalb lohnt es einmal, seine Aussagen zu diesem Punkt aus biblischer Sicht unter die Lupe zu nehmen.

Bemerkenswert ist, dass er in seiner Rede immer wieder vom „heiligen Koran“ spricht und auf dessen vermeintliche Aussagen eingeht: „Be conscious of God (!) and speak always the truth.“ Er meint damit, sich „Allahs“ bewusst zu sein, der die Menschen auffordere, immer die Wahrheit zu sagen. Doch wo findet sich ein solcher Surenvers? In Sure 3,54 wird selbst Allah als der „beste Ränkeschmied“ bezeichnet, „der in die Irre führt, wen er will, und leitet recht, wen er will …“ (Sure 14,4), was mehrfach in anderen Suren wiederholt ist.

Der Islam kennt gegenüber „Ungläubigen“ (also vor allem Juden und Christen) weder Liebe noch Toleranz; sie sind zu bekämpfen, was in mehr als 200 Surenversen deutlich gefordert wird. Wenn in Sure 2,256 steht: „Es sei kein Zwang im Glauben“, so gilt das bestenfalls für Muslime untereinander und nur bis zu einer gewissen Grenze. Im Hadith überliefert al-Bukhari gewissenhaft eine Anweisung des „Propheten“: „Wer die Religion (Islam) verlässt, den tötet!“. Dieser Spruch Muhammads gilt bis heute und wurde auch in unserem Lande schon zur blutigen Tat. Die Wirklichkeit der islamischen Intoleranz erleben Juden und Christen in den Ländern des Islam tagtäglich. Doch über Christenverfolgung im Iran, Saudi-Arabien, im Sudan und anderswo berichten die öffentlichen Medien selten.

Alle islamischen Länder kennen keine persönliche Freiheit, und ein Mensch, der sich nicht der Scharia unterwirft, gilt in diesem System nichts. Auch der oft grausame Kampf der Muslime untereinander bestätigt, was bereits in der Bibel (Gen 16,12) über Abrahams Sohn Ismael gesagt ist: „Er wird ein wilder Mensch sein; seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn, und er wird wohnen all seinen Brüdern zum Trotz.“ Die Araber berufen sich auf Ismael als ihren Stammvater.

Präsident Obama bekundet auch seine Sicht der amerikanischen Geschichte, wenn er behauptet: „And since our founding, American Muslims have enriched the United States …“

Er belegt das mit einem gegenwärtigen Ereignis. „And when the first Muslim American was recently elected to Congress, he took the oath to defend our Constitution using the same holy Quran that one of our founding fathers, Thomas Jefferson, kept in his personal library.“ Hier suggeriert er, dass eben dieser Thomas Jefferson selbstverständlich einen Koran in seiner Bibliothek stehen hatte. (Ich selbst besitze sogar vier Koranausgaben, betrachte diese aber weder als heilig noch als maßgebend – sie sind schlicht eine Quelle, auf die ich zurückgreife, wenn es gilt, vermeintliche Zitate aus dem Koran zu überprüfen. Leute wie Professor Küng oder etwa der Orientalist Udo Steinbach nehmen es ja nicht so genau, wenn sie ihre Ansichten über den „friedfertigen“ Islam mit entsprechenden Koranversen belegen wollen.)

Weiterhin sagt Obama: „Partnership between America and Islam must be based on what it is, not what it isn´t.” Hier ist bemerkenswert, dass er (s)ein Land, eine Weltmacht, mit einer Religion vergleicht. Dabei erwähnt der Präsident den auf jeder amerikanischen Münze befindlichen Slogan „´E pluribus unum´: Out of many, one.“ Dieser für eine demokratische Grundordnung stehende Satz befindet sich in völligem Gegensatz zur islamischen Grundordnung, der Scharia!

„Let there be no doubt, Islam is a part of America!“ Wie kann ein amerikanischer Präsident sich zu einer solchen Äußerung hinreißen lassen? Er kennt doch die Anfänge der demokratischen Idee! Schon auf der „Mayflower“, noch vor der Landung, schlossen die „Pilgerväter“ einen Vertrag: „Im Namen Gottes, Amen. Wir die Unterzeichneten, haben zur Ehre Gottes und zur Verbreitung des Glaubens eine Reise unternommen, um die erste Kolonie im nördlichen Teil von Virginia zu errichten. Mit diesem Pakt treten wir feierlich und einvernehmlich zusammen und schließen uns zu einem Staatskörper zusammen zum Zweck der besseren Ordnung, der Erhaltung und Förderung der obigen Ziele; und in dieser Vollmacht beschließen wir, richten wir ein und setzen fest diejenigen gerechten und gleichen Gesetze, Verordnungen, Erlasse, Verfassungen und Ämter, die zur jeweiligen Zeit für das Gesamtwohl der Kolonie als die richtigsten und passendsten erscheinen, und denen wir allen gehörigen Gehorsam und Achtung versprechen. Anno Domini 1620.“

Dieser erste Schritt zu einer demokratisch-freiheitlichen Verfassung, die geradezu das Gegenteil der versklavenden Scharia ist, wurde dann später zunächst in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 und in der folgenden Verfassung von 1787 vervollkommnet und beschlossen.

Im ersten Satz der von Thomas Jefferson maßgeblich verfassten Unabhängigkeitserklärung heißt es: „Wir halten die Wahrheit selbst für einleuchtend, dass alle Menschen gleich geschaffen sind, so dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind, wozu Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit gehören; dass zur Sicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingesetzt sind, welche ihre gerechte Vollmacht von der Zustimmung der Regierten ableiten.“

Der Islam ist deshalb eben kein Teil von Amerika, selbst wenn es dort heute – wie auch bei uns – bereits tausende von Moscheen gibt, in denen offen die Demokratie als „unislamisch“ bezeichnet und zum Kampf gegen sie aufgerufen wird.

Präsident Obama verweist auch auf den heute von vielen Unwissenden kolportierten Koranvers, der die scheinbare Menschenfreundlichkeit des Wortes Allahs hervorhebt.

Er sagt: „And the holy Quran also says, whoever saves a person, it is as he has saved all mankind.” Tatsächlich heißt es in Sure 5,32: “Aus diesem Grunde haben wir (=Allah, d. Verf.) den Kindern Israel verordnet, dass wer eine Seele ermordet, ohne dass er einen Mord oder eine Gewalttat im Lande begangen hat, soll sein wie einer, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer einen am Leben erhält, soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten.“ Hier taucht also typisch biblisch-jüdische Ethik im Koran auf, die Muhammad ja teilweise bekannt war. Entsprechend richtet er diese Gedanken auch an die „Kinder Israel“, nicht jedoch an sein kämpferisches Wüstenvolk.

„Islam is not a part of the problem in combating violent extremism; it is an important part of promoting peace“, glaubt Obama – oder sagt er es nur? Das Gegenteil ist nämlich der Fall! Problematisch sind nicht nur die Muslime, die sich öffentlich zur Gewalt bekennen (laut Verfassungsschutzbericht stieg allein 2008 in Deutschland ihr Anteil um 3,3% auf 34.720 Personen) und diese auch praktizieren bzw. bereit sind, sie zu praktizieren – problematisch ist vor allem, dass sich die „Mehrheit der friedfertigen Muslime“ weder öffentlich noch intern gegen diese „Minderheit von Islamisten“ wendet! Dabei ist es eine Wortspielerei, ob von „Islamisten“ oder „friedfertigen Muslimen“ gesprochen wird. Beide sind Muslime und für beide Gruppen ist der Koran Fundament und strikte Handlungsanweisung. Deshalb sollte sich der Westen eingehender mit dem „heiligen“ Buch der Muslime befassen!

Wie anders klingen da doch die Worte von Thomas Jefferson, dem dritten Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Obama im gleichen Atemzug nennt: „I hope that our wisdom will grow with our power and teach us that the less we use our power, the greater it will be.“

Zum Schluss dieses Teils seiner Rede appelliert der Präsident an die Welt (oder nur an seine Zuhörer in Kairo?): „All of us have responsibility to work for the day … when the Holy Land (gemeint ist Israel, d. Verf.) of three great faiths is the place that God intended it to be, when Jerusalem is a secure and lasting home for Jews and Christians and Muslims and a place for all the children of Abraham to mingle peacefully together as in the story of Isra – as in the story of Isra, when Moses, Jesus and Muhammad – peace be upon them (abgewandelte muslimische Redewendung, “Propheteneulogie” im Blick auf Muhammad, d.Verf.) – joined in prayer.” (!!)

Die Bibel dagegen sagt, dass Götzendienst Gott ein Gräuel ist. Die Bibel sagt weiterhin deutlich, dass das heilige Land Israel Gottes Eigentum ist, den Kindern Israel zum ewigen Besitz gegeben (u.a. Gen 13,15 und Lev 25,23). Jesus selbst nennt Jerusalem die „Stadt des großen Königs“ (Mt 5,35). Dort wird es einmal keinen Götzendienst und keine Moscheen geben, in denen zur Vernichtung von Juden und Christen aufgerufen wird. Dort wird auch niemand Platz haben, der das Volk Gottes (=Juden) und die Hinzugekommenen aus den Nationen (Röm 9-11), also die, die Jesus als ihren auferstandenen Herrn und Erlöser angenommen haben (=Christen), verflucht – wie es im Wort Allahs, im „heiligen“ Koran, viele Male geschieht. Der Zion wird die ungeteilte Anbetungsstätte Gottes sein.

So ist auch nirgendwo im heiligen Buch von Juden und Christen die Rede von einem geteilten Jerusalem oder von zwei Staaten auf Gottes Eigentum Erez Israel zu lesen. Das ist die Vision des harmoniebedürftigen Westen, nicht aber die der islamischen Welt.

Wenig beachtet ist in diesem Zusammenhang, dass auch der Koran in Sure 5,21 deutlich macht, wem das Heilige Land bestimmt ist: „O Volk, betritt das heilige Land, das Allah (!) euch bestimmte; und kehret nicht den Rücken, auf dass ihr nicht als Verlorene umkehrt.“

In Sure 7,137 ist auch das Gebiet genannt, dass Allah (!) den „Kindern Israel“ gab: „Und zum Erbe gaben wir dem Volk, das für schwach erachtet war, den Osten und Westen der Erde (damit ist das Land östlich und westlich des Jordan gemeint, d.Verf.), die wir gesegnet hatten, und erfüllt ward das schöne Wort deines Herrn an den Kindern Israel, darum dass sie standhaft geblieben. Und wir zerstörten die Werke und Bauten Pharaos und seines Volkes.“

Was ebenfalls noch keiner der Apologeten des Islam und eines Volkes der „Palästinenser“ entdeckt haben will: Weder die berüchtigte PLO-Charta von 1964 (erst seit dieser Zeit kam für die in der „Westbank“ – Judäa und Samaria – lebenden Araber die Bezeichnung „Palästinenser“ auf mit der Intention ein „palästinensisches Volk“ zu kreieren, das es ja in der Geschichte nie gegeben hat!) noch die „Charta der Hamas“ erwähnen einen Staat „Palästina“ oder gar eine Hauptstadt Jerusalem. Während die HAMAS öffentlich die Zerstörung des jüdischen Staates anstrebt, agiert die PLO vorsichtiger, um nicht die ungeheuren jährlichen Geldmengen aus dem Westen, also unsere Steuergelder, zu verlieren, die unkontrolliert in den arabischen Gebieten versickern. Der noch immer gültige und von den Staaten der Arabischen Liga sanktionierte Artikel 13 der PLO-Charta nennt das Ziel der gegen Israel kämpfenden Araber: „Arabische Einheit und die Befreiung Palästinas (gemeint sind das Westjordanland sowie Israel, d.Verf.) sind zwei sich ergänzende Ziele und die Erreichung des einen erleichtert die Erreichung des anderen. Arabische Einheit führt also zur Befreiung Palästinas, und die Befreiung Palästinas führt zu arabischer Einheit. Die Tätigkeit für die Verwirklichung des einen Ziels geht einher mit der Tätigkeit für die Verwirklichung des anderen.“ Hätten es die Araber wirklich gewollt, wäre ein Staat „Palästina“ zwischen 1948 und 1967 längst gegründet worden, als die Jordanier dieses Gebiet widerrechtlich besetzt hatten.

Beide Terrororganisationen – also auch der scheinbar gemäßigte „Palästinenser-Präsident“ Abbas, einst die rechte Hand des Top-Terroristen Arafat – wollen nur eines: Beseitigung des verhassten Judenstaates und Vereinigung der „Gebiete“ mit der arabischen Nation. Die Feindschaft der Nachbarvölker gegenüber Israel ist uralt und wird schon in Psalm 83 beschrieben. Dort wird auch der Grund genannt: „´Wohlan!´ sprechen sie, ´lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel („Gottesstreiter“) nicht mehr gedacht werde!´ Denn sie sind miteinander eins geworden und haben einen Bund wider dich (Gott) gemacht …“ Dann werden die Stämme namentlich erwähnt und schließlich ihre zweite Absicht: „Wir wollen das Land Gottes einnehmen.“

Am Ende dieses Abschnitts seiner Rede sagt der amerikanische Präsident mit Pathos: “Islam has a proud tradition of tolerance. We see it in the history of Andalusia and Cordoba during the Inquisition.“

Tatsächlich steht “Cordoba” für die höchstmögliche Kulturblüte des Islam in seiner gesamten Geschichte nach der gewaltsamen (!) Eroberung Spaniens. Diese Zeit wird immer wieder angeführt für die Toleranz und Kultur des Islam. Allerdings bleibt die Frage unbeantwortet, warum sich diese Kultur nicht hat fortsetzen können, wo es doch im Westen bis auf den heutigen Tag eine ständige Weiterentwicklung auf fast allen Gebieten gegeben hat

Treffend charakterisiert Oriana Fallaci in ihrem Buch „Die Kraft der Vernunft“ den Islam als einen Teich, der sich nicht bewegt, nicht reinigt. Dieser Teich liebt das Leben nicht. Er liebt den Tod. Deswegen freuen sich die Mütter, wenn ihre Söhne sterben und sagen „Allahu akhbar – Allah ist größer“. Der Westen dagegen ist wie ein Fluss, in dem das Wasser immer weiterströmt und sich dabei reinigt, erneuert und noch mehr Wasser aufnimmt, ins Meer fließt … der Fluss liebt das Leben. Amerika hat zwei Brände gelöscht: den Nazifaschismus und den Kommunismus. Aber den Islam besiegt es allein nicht, denn die Söhne Allahs haben seit 30 Jahren dem Westen insgesamt den Krieg erklärt. Soweit diese mutige Islam-Kritikerin, die im Jahre 2006, vier Jahre nach Erscheinen ihres viel beachteten und fundierten Buches starb.

Die Blütezeit des Islam umfasste allerdings nur die zweite Hälfte des 10. Jahrhunderts und hat sich weder auf andere Zentren des Islam übertragen noch fortsetzen lassen. Gründe? Wo sind die Brüche zwischen religiösem und politischem Islam? Deutlich lässt sich aber feststellen, dass sich eine kontinuierliche Entwicklung einer Kultur und schon gar nicht der Toleranz im Islam nachweisen lässt.

Hat sich Obama in diesem Teil seiner ansonsten mutigen Rede geirrt? Wurde er falsch beraten? Hat er sich vom Ort der Rede und seinem Auditorium zu sehr beeinflussen lassen? Ist seine Kenntnis von Bibel und Koran in ihrer Gegensätzlichkeit so gering, dass er – wie auch viele Politiker und Kirchenleute hierzulande – über den Islam Wunschdenken bewusst oder unbewusst verbreitet? Es bleiben viele Fragen offen. Die wachsenden Probleme zwischen Juden und Christen einerseits und dem Islam andererseits werden so nicht gelöst. Ein wirklicher Dialog hat bisher nicht stattgefunden und kann auch nur auf der Ebene der Wahrhaftigkeit geführt werden. Ob dieser kluge Präsident das nicht erkannt hat?