19. September 2017

Wünschelruten in der Kirche?

Quelle: ideaSpektrum Nr.17/2009 ideaSüdwest, Autor: Klaus-Peter Grasse

Nordwürttemberg: Endlich ein Machtwort des Prälaten

Ein Heiligtum für Wünschelrutengänger und Pendler: die Standorfer Kapelle (Foto: idea/Mockler 2007)

Ein Heiligtum für Wünschelrutengänger und Pendler: die Standorfer Kapelle (Foto: idea/Mockler 2007)

Mit einem Machtwort beendete der Heilbronner Prälat Hans-Dieter Wille den Streit um die Ulrichskapelle im nordwürttembergischen Standorf. „In Kirchen haben Wünschelruten keinen Platz“, sagte er bei einem Forum über den Umgang mit Esoterikern, für die die Kapelle seit einiger Zeit zum Wallfahrtsort geworden ist. Einem Zeitungsbericht zufolge hatte der langjährige Kirchenführer Kurt Wagner gefragt, wo in der Bibel stehe, dass Wünschelruten Sünde seien. Ein ehemaliger Pfarrer habe die „furchtbare Enge der Landeskirche“ beklagt und unter Beifall gesagt,
er hätte keine Einwände gegen das Pendeln in der Kirche. Dagegen war Wille, dem Kritiker früher Taktiererei vorwarfen, eindeutig: „Wenn jemand in der Kirche eine Wünschelrute rausholt, hat jeder Christ die Aufgabe, ihn aus der Kirche zu verweisen.“

Neuheidnischer Wallfahrtsort
Zum Hintergrund: Nach einer idea-Reportage im Sommer 2007 häuften sich Medienberichte, denen zufolge Wünschelrutengänger und Pendler die Kapelle und den Friedhof als neuheidnischen Wallfahrtsort aufsuchten. In Internetbeiträgen hieß es, der Standort der Kapelle habe schon den heidnischen Germanen als Heiligtum gegolten, weil sich dort drei Wasseradern kreuzten. Außerdem besitze der Brunnen unterhalb der Kirche Heilkräfte. Bei einer öffentlichen Veranstaltung bekannte eine Frau, die durch die Ulrichskapelle führte, dass sie bei der Kapelle positive Erfahrungen mit Wünschelruten gemacht habe. Dennoch hatte Wille bestritten, dass an der Kapelle esoterische Praktiken stattfänden.

Weitere Informationen unter:
www.weltanschauungsbeauftragte.elk-wue.de