19. September 2017

Darf ein Christ für den Glauben kämpfen?

PDF: Darf ein Christ für den Glauben kämpfen?

Zunehmend werden bekennende Christen auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit gewalt-tätigen Islamisten auf eine Stufe gestellt. Missionarische Absichten und Tatbestände werden verwischt. Deshalb stellt sich die grundsätzliche Frage: Darf ein Christ überhaupt für den Glauben an Gott kämpfen?

Ein Christ muss sich völlig im Klaren darüber sein, für welchen Gottesglauben er überhaupt eintritt, bevor er dafür kämpft. Denn bei manchen Christen kursieren seltsame Gottesvorstellungen, wie die, dass Christen und Muslime an denselben Gott glauben würden.

Wer der Heiligen Schrift volles Vertrauen schenkt, kommt in der Glaubensfrage immer (!) zu dem Gott, der Mensch geworden ist. Und da gibt es nur EINEN! Gott hat sich durch seinen Sohn Jesus Christus in die Niedrigkeit der Welt hineingegeben. in einem Viehstall wird er geboren. Von Geburt an ist er auf der Flucht. Auf einem ausgeliehenen Esel zieht er in Jerusalem ein. In einem geborgten Raum hält er sein letztes Abendmahl. Für die Schuld aller Menschen wird er blutig geschlagen, gekreuzigt und tot in ein fremdes Grab gelegt. Nach drei Tagen steht er leibhaftig von den Toten auf und lebt seitdem bei seinem Vater im Himmel. Er wird wiederkommen und Gericht halten über alle Menschen. Und jeder Mensch, der im Leben an IHN als den Gottessohn geglaubt hat, wird einmal ewig bei Gott sein.

Das ist der Glaube, für den es sich zu kämpfen lohnt. Denn Gott will, dass kein einziger Mensch verloren geht, sondern durch den Glauben zur Erkenntnis der Wahrheit kommt (1.Tim 2,4). Nach der Bibel ist jedem Christen aufgetragen (1.Tim 6,12): „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens…“. Aber Christen müssen sich in ihrem Glaubenskampf keinen Sprengstoffgürtel umschnallen, um in den Himmel zu kommen. Ein Christ muss „nicht mit Fleisch und Blut“ (Eph 6,12) kämpfen, sondern darf frohen Herzens anderen Menschen den friedvollen Weg des Evangeliums zeigen. Christen tragen eine ganz andere Waffenrüstung. Sie vertrauen nicht der eigenen Stärke, sondern der Macht des einen Gottes (Eph 6,10). Christen sind umgürtet mit der Christuswahrheit, gepanzert mit Gottes Gerechtigkeit, schützen sich im geistlichen Kampf mit dem Schild des Glaubens, dem Helm der Heilsgewissheit und dem Schwert des Geistes, dem Wort Gottes.

„Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es schneidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzen.“ (Eph 4,12).

Das ist der biblische Kampf eines Christen für den Glauben.

Was gehört nicht in den Glaubenskampf eines Christen?

1. Nach dem Motto „Wer bekehrt besser?“ zu kämpfen. Damit bestimmt nicht mehr der Heilige Gott selbst den Kampf, sondern menschliche Bekehrungskonzepte.

2. Arroganz, Überheblichkeit, egoistisches Denken und Missgunst. Sie führen den Kampf des Glaubens in eine unbiblische Schlacht um Besserwisserei und spielen den Sieg dem Teufel in die Hände.

3. Falsche Rücksichtnahme. Toleranz darf niemals (!) zum Verzicht der Grundwahrheit des Evangeliums führen. Toleranz hat immer beim Erdulden der anderen Glaubens- oder Weltanschauungs-position ihre klare Grenze.

4. Die Herabwürdigung, Verfolgung oder gar Tötung von Menschen mit einer anderen Weltanschauung oder religiösen Überzeugung widerspricht Gottes Willen.

Mit dem Glauben an Jesus Christus, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Joh 14,6), beginnt erst das Leben, das Menschen über den Tod hinaus in Gottes Herrlichkeit führt. Für diese Botschaft lohnt es sich zu kämpfen und zu sterben.
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Autor: Thomas Schneider
(Quelle: Zeitjournal Nr. 3 / September 2009) © AG Welt e.V.